Balanced Scorecard

Balanced Scorecard Definition

Die Balanced Scorecard (kurz: BSC) wurde in den 1990er Jahren aus einer Problemerkenntnis heraus entwickelt: Unternehmen wurden vorwiegend orientiert an finanziellen Kennzahlen (Eigenkapitalrendite, Umsatzrendite o.ä.) geführt.

Die finanziellen Kennzahlen basieren i.d.R. auf einer Gewinngröße (Jahresüberschuss, EBIT etc.); kurzfristig könnten Manager die Gewinngröße durch Maßnahmen steigern, die langfristig dem Unternehmen schaden, z.B.

  • Reduzierung der Marketing- und Werbeaufwendungen (wodurch langfristig die Marke geschwächt wird);
  • Reduzierung der Forschungs- und Entwicklungsausgaben (was wahrscheinlich dazu führt, dass das Unternehmen in ein paar Jahren weniger neue Produkte auf den Markt bringt);
  • Kosteneinsparungen in der Kundenbetreuung oder bei der Kulanz (wodurch mittelfristig immer mehr Kunden verloren gehen);
  • etc.

Die Balanced Scorecard zielt deshalb als Steuerungs- bzw. Managementsystem darauf, neben der finanziellen Perspektive 3 weitere Perspektiven – 1) Kunden, 2) Lernen / Qualifikation / Entwicklung sowie 3) interne Geschäftsprozesse – mit in den Vordergrund zu rücken, wodurch sich eine ausgewogene ("balanced") strategische Ausrichtung des Unternehmens ergeben soll.

Auch für diese anderen 3 Bereiche werden dann i.d.R. Ziele vorgegeben und Kennzahlen zur Messung der Zielerreichung, z.B. wesentliche Steigerung der Kundenzufriedenheit mit einem Kundenzufriedenheitsindex als Messgröße oder Steigerung der Innovationen um 10 % mit der Messgröße "Anzahl neuer Patente oder Produkte".

Die Zielerreichung in allen 4 Bereichen ist dann i.d.R. auch Grundlage für die variable Vergütung, um sicherzustellen, dass die Ziele in der Organisation verankert und verfolgt werden.