Erwartungsnutzen

Erwartungsnutzen Definition

Der Erwartungsnutzen ist die Anwendung der Nutzentheorie auf Entscheidungen unter Unsicherheit. In vielen Entscheidungssituationen sind die Ergebnisse / Folgen unsicher. Investiert man z.B. in ein Wertpapier, kann ein hoher oder niedriger Ertrag oder ein (Total-)Verlust daraus resultieren.

Für die Berechnung des Erwartungsnutzens werden die möglichen Nutzen mit ihren Wahrscheinlichkeiten multipliziert (gewichtet) und aufaddiert (analog der Vorgehensweise beim Erwartungswert).

Beispiel

Ein Angestellter mit einem Monatsgehalt von 3.600 € überlegt, zu kündigen und die Firma zu wechseln. Sein Chef stellt ihm eine demnächst frei werdende höher dotierte Position innerhalb des Unternehmens mit einem Monatsgehalt von 4.900 € in Aussicht; allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Angestellte die Position bekommt, nur 40 % (da es noch Mitbewerber gibt), mit 60 % Wahrscheinlichkeit muss er auf seiner alten Position verbleiben.

Die Nutzenfunktion des Angestellten sei (mit x für das Monatsgehalt): U(x) = √x

Dann ist der Erwartungsnutzen: 0,6 × √3.600 + 0,4 × √4.900 = 0,6 × 60 + 0,4 × 70 = 36 + 28 = 64.

Hätte der Angestellte ein fest zugesichertes Angebot einer anderen Firma für einen Job mit einem Monatsgehalt von z.B. 4.225 €, wäre der Erwartungsnutzen √4.225 = 65 und damit höher.

Man geht dann – analog der Vorgehensweise der Nutzenmaximierung in der Haushaltstheorie – davon aus, dass der Haushalt den Erwartungswert der Nutzenfunktion maximiert.

Alternative Begriffe: Erwartungsnutzentheorie.