Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Forderungen gegen verbundene Unternehmen Definition

Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben Vorrang vor dem Ausweis von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; d.h., eine offene Rechnung für eine Lieferung an ein verbundenes Unternehmen wird hierunter ausgewiesen.

Verbundene Unternehmen werden über § 271 Abs. 2 HGB definiert als Unternehmen, die als Mutter- oder Tochterunternehmen in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens einzubeziehen sind (oder die aufgrund der Befreiungsvorschrift des § 296 HGB nicht einbezogen werden), vgl. das Beispiel zu Anteile an verbundenen Unternehmen.

Beispiel

Die Tochter GmbH liefert am 23. Dezember 2012 Waren im Wert von (brutto) 119.000 € an die Mutter AG, die Muttergesellschaft des Konzerns.

Ist die Rechnung bis zum 31. Dezember noch nicht bezahlt, weist die Tochter GmbH in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 2012 119.000 € Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus.

Der Grund für den separaten Ausweis ist, dass die Konzernverflechtungen aufgezeigt werden und damit das Risiko der Forderungen besser eingeschätzt werden kann.

Nach § 265 Abs. 3 HGB ist, sofern ein Vermögensgegenstand (hier: die Lieferforderungen) unter mehrere Posten der Bilanz fällt (hier: Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen), die Mitzugehörigkeit zu anderen Posten bei dem Ausweisposten i.d.R. zu vermerken ("davon aus Lieferungen und Leistungen: 119.000 €") oder im Anhang anzugeben.