Lagebericht

Lagebericht Definition

Der Lagebericht ist – neben dem Jahresabschluss – ein Bestandteil der Rechnungslegung, der von mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 HGB jährlich innerhalb von 3 Monaten für das vergangene Geschäftsjahr aufzustellen ist (kleine Kapitalgesellschaften i.S.d. Größenkriterien des § 267 Abs. 1 HGB und Kleinstkapitalgesellschaften i.S.d. § 267a HGB sind vom Lagebericht befreit, § 264 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Satz 4 HGB).

Der Inhalt des Lageberichts ergibt sich aus § 289 HGB: insbesondere

  • sind der Geschäftsverlauf und die Lage der Kapitalgesellschaft der Realität entsprechend darzustellen und
  • es ist die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken zu beurteilen und zu erläutern.

Während der Jahresabschluss rein vergangenheitsorientiert ist (z.B. das vergangene Geschäftsjahr 01 abbildet), beschäftigt sich der Lagebericht mit der aktuellen Lage und wirft einen Blick in die Zukunft (was wird z.B. für nächste Geschäftsjahr 02 erwartet?).

Mutterunternehmen eines Konzerns müssen einen Konzernlagebericht aufstellen (§ 290 Abs. 1 Satz 1 HGB), auch dann, wenn sie einen IFRS-Konzernabschluss aufstellen (§ 315a Abs. 1 HGB). Der Lagebericht des Mutterunternehmens und der Konzernlagebericht können nach § 315 Abs. 5 HGB zusammengefasst werden.

Eine Abschrift des Lageberichts ist der Steuererklärung beizufügen (§ 60 Abs. 3 Satz 1 EStDV).

Aufstellungspflicht

Neben den o.g. mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften müssen auch folgende Unternehmen einen Lagebericht aufstellen:

  • Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a HGB, bei denen keine natürliche Person unbeschränkt haftet (v.a. GmbH & Co. KG);
  • Kreditinstitute (§ 340a Abs. 1 Satz 1 2. Halbsatz HGB) und Versicherungsunternehmen (§ 341a Abs. 1 Satz 1 HGB);
  • Genossenschaften (§ 336 Abs. 1 Satz 1 HGB), sofern es sich nicht um eine kleine Genossenschaft handelt sowie
  • nach dem Publizitätsgesetz zur Rechnungslegung verpflichtete Unternehmen (§ 1 Abs. 1 i.V.m. § 3 Abs. 1 PublG) mit Ausnahme der Einzelunternehmen und Personenhandelsgesellschaften (§ 5 Abs. 2 Satz 1 PublG).

Befreiungsmöglichkeit nach § 264 Abs. 3 HGB

Eine Kapitalgesellschaft, die in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens mit Sitz in der EU bzw. dem europäischen Wirtschaftsraum einbezogen ist, ist von der Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts befreit, wenn die restriktiven Voraussetzungen des § 264 Abs. 3 HGB alle erfüllt sind.