Meritorische und demeritorische Güter

Meritorische und demeritorische Güter Definition

Meritorische und demeritorische Güter sind Güter, bei denen der Staat eingreift (obwohl kein Marktversagen vorliegt), da ansonsten aus Sicht des Staates bzw. der Gesellschaft falsche oder unvorteilhafte Entscheidungen durch die Konsumenten bzw. Individuen getroffen werden.

Dieser Eingriff in den Markt kann darin bestehen, dass

  • z.B. der Konsum "bestraft" bzw. verteuert (z.B. Steuer auf Alkohol und Zigaretten) oder verboten wird (z.B. Rauschgift), da hier negative externe Effekte auftreten – diese Güter werden als demeritorische Güter bezeichnet;
  • ein bestimmter Konsum gefördert wird (z.B. durch Subventionen für umweltfreundliches Verhalten, für Kulturangebote wie Theater oder Opern etc., durch geringere Besteuerung z.B. von Medienprodukten wie Zeitungen und Büchern mit der Umsatzsteuer oder durch (im Wesentlichen) kostenlose Bereitstellung wie z.B. für Schulen und Studienplätze (meritorische Güter);
  • ein bestimmtes Verhalten verpflichtend wird (z.B. die Versicherungspflicht für Kfz-Haftpflicht, Gebührenpflicht für Fernsehzuschauer oder die Sozialversicherungspflicht für Arbeitnehmer).

Es handelt sich dabei also um Güter, die eigentlich private Güter sind (oder sein könnten, wenn man sie ließe), die aber aus gesellschaftlichen, politischen oder gesamtwirtschaftlichen Erwägungen heraus zu öffentlichen Gütern gemacht werden.