Nichtabziehbare Aufwendungen

Nichtabziehbare Aufwendungen Definition

In § 10 KStG werden nicht abziehbare Aufwendungen bei Körperschaften / Kapitalgesellschaften aufgezählt. Das sind Aufwendungen, die zwar den Gewinn in der Handels- und Steuerbilanz gemindert haben, die allerdings das zu versteuernde Einkommen der Kapitalgesellschaft (und damit die Körperschaftsteuer) nicht mindern sollen und deshalb außerbilanziell wieder hinzugerechnet werden.

Beispiele

Eine Aktiengesellschaft hat in einem Geschäftsjahr in Summe 500.000 € Aufsichtsratsvergütungen an ihre Aufsichtsräte gezahlt. Zudem wurde eine Körperschaftsteuerrückstellung in Höhe von 350.000 € aufwandswirksam gebildet. In der Buchhaltung wurden diese als sonstige betrieblichen Aufwendungen (Aufsichtsratsvergütung) bzw. Steuern vom Einkommen und Ertrag (Körperschaftsteuer) verbucht und haben den Jahresüberschuss entsprechend gemindert. Der Jahresüberschuss (nach den o.g. Buchungen) betrage 1 Mio. €.

Nach § 10 Nr. 4 KStG ist die Hälfte der Aufsichtsratsvergütungen nicht abziehbar, d.h. muss wieder außerbilanziell hinzugerechnet werden. Das zu versteuernde Einkommen der AG erhöht sich außerbilanziell von 1 Mio. € Jahresüberschuss um 250.000 € (die Hälfte der 500.000 €) auf 1.250.000 €.

Ebenso sind Steuern vom Einkommen (d.h. die Körperschaftsteuer selbst inkl. Solidaritätszuschlag; die Gewerbesteuer ist wg. § 4 Abs. 5b EStG ebenfalls nicht abzugsfähig), sonstige Personensteuern sowie auf diese Steuern entfallende Nebenleistungen (lt. § 3 Abs. 4 AO z.B. Säumniszuschläge, Verspätungszuschläge) nicht abziehbar (§ 10 Nr. 2 KStG). Deshalb erhöht sich das zu versteuernde Einkommen der AG von 1.250.000 € um weitere 350.000 € auf 1.600.000 €. Dieser Betrag unterliegt der Körperschaftsteuer von 15 %.