Prozesskostenrechnung

Definition Prozesskostenrechnung

Die oftmals auch als Activity-Based-Costing bezeichnete Prozesskostenrechnung hat zum Ziel, die Unzulänglichkeiten der traditionellen Kostenrechnung auf Basis der Zuschlagskalkulation zu überwinden.

Die Prozesskostenrechnung weist hierbei definierten Aktivitäten bzw. Prozessen Kosten zu und errechnet daraus Prozesskostensätze.

Alternative Begriffe: activity based costing.

Beispiel: Prozesskosten

Ein Unternehmen stellt fest, dass die Auftragsbearbeitung von jährlich 10.000 Kundenaufträgen jährliche Kosten in Höhe von 1 Mio. € verursacht. Teil man die Prozesskosten von 1 Mio. € durch die Anzahl der Prozesse von 10.000 Kundenaufträgen (diese werden auch als Kostentreiber bezeichnet), erhält man den Prozesskostensatz.

Der Prozesskostensatz für den Prozess Auftragsbearbeitung beträgt 100 €; jeder Kundenauftrag wird unabhängig von z.B. der Anzahl der Lieferpositionen oder den gelieferten Stückzahlen mit 100 € belastet.

In vielen Fällen entspricht dies der realen Kostenverursachung: ob man z.B. eine Rechnung über 1.000 € oder 100.000 € schreibt, ist vom (Zeit-)aufwand her in etwa gleich: die Rechnung muss geschrieben, verbucht, ausgedruckt, versandt etc. werden.

Man unterscheidet:

  • leistungsmengeninduzierte Prozesskosten, die sich proportional zur Menge der beanspruchten Kostentreiber verhalten (teilweise auch als bezugsgrößenabhängige Prozesskosten bezeichnet) sowie
  • leistungsmengenneutrale Prozesskosten, die unabhängig von der Menge der beanspruchten Kostentreiber anfallen (teilweise auch als bezugsgrößenunabhängige Prozesskosten bezeichnet).