Steuerliches Einlagekonto

Steuerliches Einlagekonto Definition

Gemäß § 27 Abs. 1 Satz 1 KStG müssen unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften die nicht in das Nennkapital (Gezeichnetes Kapital) geleisteten Einlagen am Schluss jedes Wirtschaftsjahrs auf einem besonderen Konto (steuerliches Einlagekonto) ausweisen.

Das steuerliche Einlagekonto ist dabei ausgehend von dem Bestand am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs um die jeweiligen Zu- und Abgänge des Wirtschaftsjahrs fortzuschreiben (§ 27 Abs. 1 Satz 2 KStG).

Beispiel

Eine GmbH wird im April 01 mit 25.000 € Stammkapital gegründet. Um das Eigenkapital der GmbH zu stärken, leisten die Gesellschafter im November 01 in Höhe von 75.000 € weitere Zuzahlungen in das Eigenkapital. Diese werden in der Bilanz der GmbH als Kapitalrücklagen i.S.d. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB verbucht. Im steuerlichen Einlagekonto für das Jahr 01 werden diese 75.000 € ebenfalls festgehalten.

Wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagekonto geleistet, ist diese Ausschüttung – im Gegensatz zu normalen Ausschüttungen aus den Gewinnen der GmbH – nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG steuerfrei (sie wurde ja auch nicht erwirtschaftet, sondern stellt lediglich eine Einlagenrückgewähr an die Gesellschafter dar).

Die Höhe des steuerlichen Einlagekontos (im Beispiel: 75.000 €) wird jährlich in einem Steuerbescheid gesondert festgestellt (§ 27 Abs. 2 Satz 1 KStG).