Zinsstruktur

Zinsstruktur Definition

Es gibt nicht den einen Marktzins, sondern der Zins hängt unter anderem von der Laufzeit ab; man bezeichnet die Beziehung zwischen Laufzeiten und Zinssätzen als Zinsstruktur.

Die sog. Zinsstrukturkurve stellt die Zinssätze bzw. Renditen festverzinslicher Wertpapiere (auf der vertikalen y-Achse) in Abhängigkeit von ihren Restlaufzeiten (auf der horizontalen x-Achse) grafisch dar.

Man unterscheidet:

  • flache Zinsstruktur: der Zinssatz hängt nicht von der Fristigkeit ab (d.h. z.B., die Rendite einer 5-jährigen Anleihe ist identisch mit der einer 2-jährigen Anleihe);
  • normale Zinsstruktur: der Zinssatz steigt mit der Fristigkeit / Laufzeit (legt man Geld für 5 Jahre an, erhält man einen höheren Zinssatz als bei einer nur 2-jährigen Anlage); dies gilt als normal bzw. üblich, da der Anleger bei langen Laufzeiten zum einen ein höheres Risiko eingeht, dass der Schuldner ausfällt (wer weiß, was in 20 Jahren ist?), zum anderen kann sich das Zinsniveau in Zukunft erhöhen und der Anleger profitiert nicht davon, da der Zins über die lange Laufzeit fixiert ist (der Anleger hat sein Geld langfristig angelegt und ist somit nicht flexibel, um andere Anlagegelegenheiten zu nutzen);
  • inverse Zinsstruktur (Ausnahmefall): der Zinssatz fällt mit der Fristigkeit / Laufzeit, d.h. die Zinssätze für kurze Laufzeiten sind höher als die Zinssätze für lange Laufzeiten. Das kann v.a. daran liegen, dass die Anleger mit sinkenden Zinsen rechnen oder dass eine hohe Nachfrage (seitens Unternehmen, Banken oder Staaten) nach kurzfristigen Finanzierungen besteht.