Zusammenveranlagung

Zusammenveranlagung Definition

§ 26 EStG ermöglicht es Ehegatten unter den dort genannten Voraussetzungen (beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig und nicht dauernd getrennt lebend), zwischen Einzelveranlagung nach § 26a EStG und Zusammenveranlagung nach § 26b EStG zu wählen (wobei die Zusammenveranlagung in den meisten Fällen vorteilhaft ist).

Umgangssprachlich ist für die im Gesetz so bezeichnete Zusammenveranlagung eher der Begriff Ehegattensplitting geläufig.

Bei der Zusammenveranlagung werden die Ehegatten mit der Summe ihrer Einkünfte wie ein einziger Steuerpflichtiger behandelt. Zur Berechnung der Einkommensteuer wird das gemeinsame zu versteuernde Einkommen halbiert und anschließend wird die nach der Grundtabelle berechnete Einkommensteuer verdoppelt (§ 32a Abs. 5 EStG). Dieses Vorgehen ist aufgrund der Steuerprogression i.d.R. günstiger als eine Einzelveranlagung (sog. Splitting-Vorteil).

Beispiel

Ein Ehegatte (A) hat ein zu versteuerndes Einkommen von 80.000 €, der andere (B) 20.000 €. Bei Einzelveranlagung müsste A 80.000 € mit einem schon relativ hohen Steuersatz versteuern.

Bei Zusammenveranlagung werden die 80.000 € und die 20.000 € addiert und die Summe von 100.000 € wird durch 2 geteilt. Anschließend wird der Einkommensteuertarif auf die 50.000 € angewendet und der berechnete Betrag verdoppelt.

Je größer der Unterschied zwischen den Einkommen der Ehegatten ist, desto höher ist der Splittingvorteil (Extremfall: einer der Ehegatten hat kein Einkommen, der andere verdient 1 Mio. €; der Splittingvorteil ist maximal).

Alternative Begriffe: Ehegattenveranlagung, Splittingtarif, Splittingverfahren.