Zweckgesellschaft

Zweckgesellschaft Definition

Eine Zweckgesellschaft (engl.: Special Purpose Vehicle oder kurz SPV) ist eine juristische Person, z.B. Kapitalgesellschaft, die nicht wie andere Gesellschaften unternehmerisch tätig ist, sondern lediglich einen exakt festgelegten eng begrenzten Zweck erfüllen soll.

Hinter einer Zweckgesellschaft steckt kein Unternehmer, der z.B. aktiv Leasinggeschäfte betreiben möchte, sondern ein anderes etabliertes Unternehmen, das die Gesellschaft für eine bestimmte Zielsetzung nutzt.

Eine Zweckgesellschaft ist i.d.R. nicht am Namen oder an der Rechtsform erkennbar, sondern anhand mehrerer Kriterien als Zweckgesellschaft einzustufen (oder eben nicht). Rechtsfolgen daraus ergeben sich v.a. hinsichtlich der Einbeziehung der Zweckgesellschaften in den Konzernabschluss nach HGB oder IFRS. So definiert § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB eine Zweckgesellschaft als Unternehmen, das zur Erreichung eines eng begrenzten und genau definierten Ziels des Unternehmens dient und bei dem das Mutterunternehmen bei wirtschaftlicher Betrachtung die Mehrheit der Risiken und Chancen trägt.

Beispiele

Eine Bank überträgt im Rahmen einer Asset-Backed-Securities-Transaktion Forderungen gegenüber Geschäftskunden auf eine Zweckgesellschaft, die Wertpapiere an Investoren ausgibt, die durch die Forderungen gesichert sind.

Eine Warenhauskette gründet eine Gesellschaft, verkauft an diese ihre Immobilien und mietet sie anschließend von der Gesellschaft zurück (Sale-and-Lease-Back).

Alternative Begriffe: Objektgesellschaft.