Kurs-Buchwert-Verhältnis

Kurs-Buchwert-Verhältnis Definition

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (kurz: KBV) ist eine von mehreren Kennzahlen, mit denen Anleger oder Analysten Aktien bewerten.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis teilt den (täglich schwankenden) Börsenkurs einer Aktie durch den Buchwert des Eigenkapitals des Unternehmens je Aktie (oder – für das ganze Unternehmen – die Marktkapitalisierung (Börsenwert) durch das Eigenkapital).

Beispiel: Kurs-Buchwert-Verhältnis berechnen

Die börsennotierte A-AG hat am 31. Dezember einen Kurswert von 100 €, es gibt 1 Mio. Aktien und das Eigenkapital ist laut Bilanz 80 Mio. €.

Pro Aktie beträgt das Eigenkapital 80.000.000 € / 1.000.000 Aktien = 80 € je Aktie.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist: Aktienkurs / Buchwert des Eigenkapitals je Aktie = 100 € / 80 € = 1,25.

Oder so:

Die Marktkapitalisierung der A-AG ist 1 Mio. Aktien × 100 € je Aktie = 100 Mio. €.

Teilt man diese 100 Mio. € durch das gesamte Eigenkapital von 80 Mio. €, erhält man ebenfalls 1,25.

Die Grundannahme dahinter ist, dass der Buchwert des Eigenkapitals etwas über den Unternehmenswert aussagt. Das ist aber nur bedingt so: es gibt viele Unternehmen mit relativ geringem Bucheigenkapital, aber (begründet) hohen Börsenwerten.

Bedeutender für den Wert eines Unternehmens sind i.d.R. eher Gewinne und Cashflows ("verdientes Geld") und deren erwartetes Wachstum.

Das Eigenkapital hängt zum einen von der Bilanzierung ab (zwei identische Unternehmen könnten unterschiedliche Eigenkapitalbeträge ausweisen; und die Bilanzierung erfolgt nach dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip im Grundsatz eher niedrig), zum anderen auch von der Finanzierungspolitik (manche verschulden sich mehr) und die zukünftigen Gewinne / Cashflows hängen vor allem davon ab, was das Unternehmen mit den mit Eigen- oder Fremdkapital finanzierten Investitionen macht.

Wenn man sich z.B. entscheiden könnte zwischen einem Unternehmen mit 100 Mio. € Eigenkapital und jährlich konstant 10 Mio. € Gewinn oder Cashflow und einem Unternehmen mit 50 Mio. € Eigenkapital und jährlich konstant 20 Mio. € Gewinn oder Cashflow, würde man letzteres vorziehen.

Bei Unternehmen, deren Wert aber eher auf Vermögen als auf (zukünftigen) Erträgen beruht (eventuell Immobilien- oder Rohstoffunternehmen), kann ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von z.B. 0,5 darauf hinweisen, dass das Unternehmen aktuell unterbewertet ist und eine gute Substanz vorhanden ist.

Man kann sich hier ein Unternehmen vorstellen, dessen Bilanz nur eine Immobilie im Wert von 100 Mio. € umfasst und das vollständig mit Eigenkapital finanziert ist.

Ist der Börsenwert z.B. 50 Mio. € (und das Kurs-Buchwert-Verhältnis damit 0,5), könnte das eine nähere Analyse wert sein (es kann aber auch gute Gründe für die niedrige Bewertung an der Börse geben: z.B. Insolvenzgefahr aufgrund mangelnder Liquidität, drohende Bußgelder für Bodenkontamination, zunehmende Leerstände etc.).

Fazit: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist als Kennzahl für die Aktienbewertung nur selten passend. Mehr genutzt werden das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Cashflow-Verhältnis.