Multiplikatorverfahren

Multiplikatorverfahren Definition

Das Multiplikatorverfahren ist ein Verfahren der Unternehmensbewertung.

Dazu benötigt man nur 2 Dinge: 1) eine Kennzahl der Unternehmens wie z. B. Umsatz, EBIT oder Jahresüberschuss und 2) einen Multiplikator.

Alternative Begriffe: Multiplikatormethode.

Beispiel

Beispiel: Multiplikatorverfahren

Ein Chemiekonzern möchte ein Chemieunternehmen kaufen. Vorab führt der Konzern eine Unternehmensbewertung durch und entscheidet sich für das einfache Multiplikatorverfahren.

Der Jahresüberschuss (Kennzahl) des Zielobjekts betrage relativ konstant 100 Mio. €.

Die meisten börsennotierten Chemieunternehmen werden an der Börse (Annahme) mit dem 8- bis 12-fachen des Jahresüberschusses gehandelt (Bandbreite des Multiplikators).

Der Chemiekonzern bewertet das Zielunternehmen innerhalb dieser Bandbreite mit dem 10-fachen des Jahresüberschusses: 100 Mio. € × 10 = 1 Mrd. € und legt diesen Wert als Unternehmenswert zugrunde (z. B. um den bisherigen Eigentümern ein Angebot zu machen).

Die Multiplikatoren werden also aus dem Markt(üblichen) bzw. aus aktuellen Verkaufspreisen abgeleitet und diese sind je nach Branche unterschiedlich.

Nachteile / Grenzen des Multiplikatorverfahrens

Ein Problem bei dieser einfachen Methode ist, dass Wachstum nicht direkt berücksichtigt wird: ein Unternehmen, das konstant 100 Mio. € Jahresüberschuss erzielt, wird bewertet wie eines, das jährliche Wachstumsraten von 20 % hat.

Und Unternehmen, die am Anfang stehen (man denke an Suchmaschinen, Soziale Netzwerke, Online-Händler), haben noch keine "Kennzahl" (keinen Umsatz, keinen Gewinn), den man als Grundlage nehmen könnte.