Cost Engineering

Cost Engineering Definition

Cost Engineering bedeutet, Kosten nicht (nur) zu berechnen und hinzunehmen, sondern diese bzw. die dahinterstehenden Prozesse der Produktentwicklung und Fertigung zu analysieren und zu optimieren.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass ein Großteil der Kosten bereits in der Produktentwicklung festgelegt wird: welche Materialien werden verwendet, wie komplex ist das Produkt, welche Produktionsschritte sind erforderlich usw.; deshalb muss in dieser frühen Phase angesetzt und der gesamte Lebenszyklus des Produkts betrachtet werden.

Dabei können Konzepte wie Zielkostenrechnung, Benchmarking, Total Cost of Ownership oder eine Conjoint-Analyse eingesetzt werden.

Kosten sollen transparent sein und auf dieser Basis sollen auf den einzelnen Kostenstufen Entscheidungen getroffen und Änderungen vorgenommen werden können.

Es geht dabei nicht nur um die Kosten, sondern auch um Kundenwünsche, Qualität und Zeit. So sind wenige Bauteile und einfache Produktionsprozesse schneller und weniger fehleranfällig.

Beispiel

Wenn man sich Cost Engineering am Beispiel der Produkts "weichgekochtes Ei" vorstellen möchte, würde man sich damit beschäftigen,

  • was der Kunde (z.B. Hotelgast) überhaupt erwartet (z.B. bzgl. der Gewichtsklasse: erwartet er ein XL-Ei oder genügt ihm ein (günstigeres) M-Ei; ist ihm die Güteklasse wichtig, die Farbe?)
  • wie der Fertigungsprozess (v.a. im Hinblick auf die Kosten) ausgestaltet werden kann: Methode: kochen oder garen? "Maschine": Topf ,Wasserkocher oder Dampfgarer? Materialeinsatz: wieviel Wasser wird minimal benötigt?, können andere, günstigere Flüssigkeiten eingesetzt werden? usw.

Cost Engineering ist also sehr detailverliebt.

In der Beschaffung bedeutet Cost Engineering auch, dass die Lieferanten eines Unternehmens (z.B. Getriebehersteller eines Autobauers) ihre Kostenstruktur diesem offen legen müssen und Unternehmen und Lieferant gemeinsam daran arbeiten, die Kosten zu minimieren.