Hauptrefinanzierungsgeschäfte

Hauptrefinanzierungsgeschäfte Definition

Hauptrefinanzierungsgeschäfte sind regelmäßig (z.B. wöchentlich) durchgeführte Offenmarktgeschäfte mit jeweils kurzer (z.B. einwöchiger) Laufzeit; es handelt sich also um kurzfristige Refinanzierungsgeschäfte (im Vergleich zu den auch zur Offenmarktpolitik gehörenden längerfristigen Refinanzierungsgeschäften).

Damit wird Banken über die Laufzeit Zentralbankgeld bzw. Liquidität zur Verfügung gestellt, die Banken müssen dafür Sicherheiten (Wertpapiere) hinterlegen.

Hauptrefinanzierungsgeschäfte werden üblicherweise in einem Auktions- bzw. Zuteilungsverfahren (sog. Tenderverfahren) durchgeführt als

  • Zinstender: das Volumen in € sowie ein Mindestbietungssatz für den Zins (z.B. 1 %) werden vorgegeben, die einzelnen Geschäftsbanken können anmelden, wieviel Geld sie zu welchem Zinssatz wünschen und die Zentralbank entscheidet nach der Gebotsfrist über die Zuteilung und den Zinssatz;
  • Mengentender: die Zentralbank legt den Zinssatz fest und ggfs. das Kreditvolumen (falls keine Vollzuteilung geplant ist) und die Geschäftsbanken melden ihren Bedarf an Zentralbankgeld unter diesen Konditionen an; anschließend erfolgt die Zuteilung quotal oder auch vollständig.

Der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (sog. Hauptrefinanzierungssatz) ist einer der Leitzinsen.