Definition
Strukturwandel bezeichnet eine bleibende, tiefgreifende Änderung der Struktur einer Volkswirtschaft oder auch nur einer Branche.
Beispiele für Strukturwandel
Man unterscheidet insbesondere 3 Arten von Strukturwandel:
- durch die Mechanisierung und Industrialisierung haben sich im 19. Jahrhundert aus Agrargesellschaften Industriegesellschaften entwickelt, die nur noch wenige Bauern, aber viele Industriearbeiter benötigten; im 20. Jahrhundert sind dann durch Automatisierung und Roboter wieder viele Industriearbeitsplätze weggefallen; heutzutage arbeitet der Großteil der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, dessen Anteil am Bruttoinlandsprodukt entsprechend zugenommen hat; diese Verschiebungen zwischen den Wirtschaftssektoren werden als sektoraler Strukturwandel oder intersektoraler Strukturwandel bezeichnet;
- Verschiebungen innerhalb der Wirtschaftssektoren Agrar, Industrie und Dienstleistungen (intrasektoraler Strukturwandel), zum Beispiel: verstärkter Robotereinsatz in der Industrie ersetzt manuelle Arbeit; Ersatz von Dienstleistern durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (zum Beispiel Call-Center-Agent durch Chatbot);
- Regionen, die lange für bestimmte Industrien standen (Ruhrgebiet für Kohle und Stahl; Detroit in den USA für Autos), müssen sich umorientieren, da die wirtschaftliche Grundlage entfallen ist (regionaler Strukturwandel).
Ursachen und Folgen
Der Strukturwandel kann ausgelöst werden durch
- neue Technologien (Dampfmaschine, Roboter, Computer, Internet, Digitalisierung),
- eine veränderte Nachfrage (zunächst Öl und Gas und später Solar und Wind statt Kohle),
- veränderte Kostenstrukturen (Länder, die zum Beispiel Textilien günstiger herstellen),
- die demografische Entwicklung oder
- die Globalisierung.
Auslöser für Strukturwandel sind manchmal verschwommen: den Trend zur Elektromobilität, der einen Strukturwandel der Autoindustrie bewirkt, könnte man auf neue Technologien (bessere Batterien), auf eine veränderte Nachfrage seitens der Kunden oder einen gesellschaftlichen Trend (weg von fossilen Energien, Reduzierung von Abgasen) bzw. entsprechende Umweltvorschriften zurückführen.
Strukturwandel hat für die davon Betroffenen in der Regel negative Auswirkungen: Umsätze, Gewinne und Arbeitsplätze brechen dauerhaft weg; dafür entstehen neue Unternehmen, Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze in anderen Bereichen.
Fazit
- Strukturwandel bezeichnet eine dauerhafte, tiefgreifende Veränderung der Wirtschaftsstruktur — unterschieden wird zwischen sektoralem Wandel (zwischen Branchen), intrasektoralem Wandel (innerhalb einer Branche) und regionalem Strukturwandel.
- Typische Auslöser sind neue Technologien (Dampfmaschine, Digitalisierung), veränderte Nachfrage, günstigere Produktionsbedingungen anderswo, demografischer Wandel und Globalisierung — oft wirken mehrere Faktoren zusammen.
- Strukturwandel schafft langfristig neue Branchen und Arbeitsplätze, bedeutet für die Betroffenen kurzfristig aber den Verlust von Umsätzen und Beschäftigung — staatliche Strukturpolitik soll diesen Wandel begleiten.
Selbsttest: Strukturwandel
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