Definition
Die XYZ-Analyse klassifiziert Materialien nach ihrem Bedarfsmuster – also danach, wie regelmäßig und vorhersehbar sie verbraucht werden. Sie ergänzt die ABC-Analyse (Klassifizierung nach Einkaufswert) um eine zweite Dimension.
Die Planbarkeit des Verbrauchs nimmt von X nach Z ab: X-Teile haben einen konstanten, gut vorhersehbaren Bedarf; Z-Teile werden unregelmäßig und kaum planbar verbraucht.
Alternative Begriffe: RSU-Analyse (Regular – Seasonal – Unregular).
Klassifizierung nach Bedarfsmuster
| Klasse | Bedarfsmuster | Planbarkeit | Typische Beschaffungsstrategie |
|---|---|---|---|
| X | Konstant, kaum schwankend | Hoch | Just-in-Time oder turnusmäßige Bestellung |
| Y | Saisonal oder trendbedingt schwankend | Mittel | Sicherheitsbestand anlegen, Rahmenverträge |
| Z | Unregelmäßig, kaum vorhersehbar | Gering | Einzelbeschaffung bei konkretem Bedarf |
Beispiel aus dem Haushalt:
Eine Familie analysiert ihren Getränkebedarf.
- Mineralwasser (X): Die Familie lässt sich alle zwei Wochen zehn Kästen liefern; der Bedarf ist konstant und gut vorhersehbar – klassisch X.
- Bier (Y): Im Sommer wird deutlich mehr Bier getrunken als im Winter; der Bedarf schwankt saisonal, ist aber planbar – klassisch Y. Zwei Kästen Vorrat im Keller reichen.
- Champagner (Z): Nur bei besonderen Anlässen – kaum planbar, hohe Kapitalbindung bei Vorrat. Beschaffung erst bei konkretem Bedarf – klassisch Z.
Je nach Klasse wird die Beschaffung anders organisiert: regelmäßige Lieferung (X), Vorratshaltung (Y) oder Einzelbeschaffung (Z).
ABC-XYZ-Kombination
Kombiniert man beide Analysen, erhält man eine 3×3-Matrix mit neun Kombinationen – jede mit einer eigenen Beschaffungsempfehlung:
| X (konstant) | Y (schwankend) | Z (unregelmäßig) | |
|---|---|---|---|
| A (hoher Wert) | Just-in-Time, enge Lieferantenbindung | Sicherheitsbestand, Lieferantenkoordination | Einzelbeschaffung, Rahmenvertrag mit Abruf |
| B (mittlerer Wert) | Rahmenvertrag, regelmäßige Abrufe | Rahmenvertrag, mittlerer Sicherheitsbestand | Bedarfsgesteuerte Beschaffung |
| C (geringer Wert) | Automatische Nachbestellung, Kanban | Rahmenvertrag, kleiner Vorrat | Mindestmengen, einfache Beschaffung |
AX-Teile (teuer + konstant) eignen sich ideal für Just-in-Time. AZ-Teile (teuer + unregelmäßig) werden erst bei konkretem Bedarf bestellt, um Kapitalbindung zu vermeiden. CX-Teile (günstig + konstant) laufen idealerweise automatisch über Kanban-Systeme.
Fazit
- Die XYZ-Analyse klassifiziert Materialien nach ihrem Bedarfsmuster: X (konstant, gut planbar), Y (schwankend, saisonal), Z (unregelmäßig, kaum planbar).
- X-Teile können Just-in-Time beschafft werden; Y-Teile benötigen Sicherheitsbestände; Z-Teile werden erst bei konkretem Bedarf bestellt.
- Kombiniert mit der ABC-Analyse entsteht eine 3×3-Matrix mit neun Kombinationen – Grundlage für eine differenzierte Beschaffungsstrategie je Artikelklasse.
- Das Haushaltsbeispiel veranschaulicht die Logik: Mineralwasser (X) = regelmäßige Lieferung, Bier (Y) = Vorrat, Champagner (Z) = Einzelbeschaffung.
Selbsttest: XYZ-Analyse