Zielbeziehungen

Zielbeziehungen Definition

Hat man im gesamten Unternehmen, im Marketing, bei der Finanzierung, in der Produktion, in der Wirtschaftspolitik oder in anderen Bereichen nicht nur ein Ziel, sondern zwei oder mehr, bestehen zwischen den Zielen Zielbeziehungen.

Diese spiegeln wider, wie gut oder schlecht die Ziele miteinander verträglich sind. Man unterscheidet:

  • Zielharmonie / Komplementäre Ziele: Die Ziele können sich ergänzen, d. h. das Erreichen eines Ziels fördert das andere. Beispiel: Das Ziel "Kostensenkung" fördert das Ziel "Höhere Liquidität", da weniger ausgegeben wird;
  • Zielneutralität / Indifferente Ziele: Die Ziele haben nichts miteinander zu tun, sie beeinflussen sich nicht gegenseitig. Beispiel: Das Unternehmensziel "Hohe Kundenzufriedenheit" hat nichts mit dem Unternehmensziel "Weniger CO2-Ausstoß" zu tun (zumindest nicht unmittelbar; es mag sein, dass die Kunden zufriedener sind, wenn das Unternehmen umweltfreundlich ist, weil ihnen das wichtig ist und nicht nur die Produkte und der Service);
  • Zielkonflikt / Konkurrierende Ziele: Das Erreichen eines Ziels beeinträchtigt das Erreichen eines anderen Ziels. Beispiel: Das Ziel "Kostensenkung" steht grundsätzlich im Konflikt zum Ziel "Umsatzsteigerung", da ja weniger für Werbung, Vertriebspersonal usw. ausgegeben werden soll (es könnten allerdings Gelder aus anderen Bereichen umgeschichtet werden).

Zielkonflikte sind der Normalfall in vielen Bereichen (vgl. das Magische Viereck in der Wirtschaftspolitik oder die unterschiedlichen Ziele der Finanzierung).

Für Unternehmen und Wirtschaftspolitiker geht es darum, die Zielbeziehungen zu erkennen und bei Konflikten sich entweder zwischen Zielen zu entscheiden (d. h. eines verfolgen, eines aufgeben) bzw. zwischen diesen Zielen einen Ausgleich zu finden und die verschiedenen Ziele nur bis zu einem bestimmten Grad zu erreichen versuchen (Regelfall).