Definition
Hat man im gesamten Unternehmen, im Marketing, bei der Finanzierung, in der Produktion, in der Wirtschaftspolitik oder in anderen Bereichen nicht nur ein Ziel, sondern zwei oder mehr, bestehen zwischen den Zielen Zielbeziehungen.
Diese spiegeln wider, wie gut oder schlecht die Ziele miteinander verträglich sind.
Arten von Zielbeziehungen
Man unterscheidet drei Arten von Zielbeziehungen:
Zielharmonie
Die Ziele können sich ergänzen, das heißt, das Erreichen eines Ziels fördert das andere.
Beispiel: Das Ziel „Kostensenkung" fördert das Ziel „Höhere Liquidität", da weniger ausgegeben wird.
Zielneutralität
Die Ziele haben nichts miteinander zu tun, sie beeinflussen sich nicht gegenseitig.
Beispiel: Das Ziel „Hohe Kundenzufriedenheit" hat nichts mit dem Ziel „Weniger CO₂-Ausstoß" zu tun.
Zielkonflikt
Das Erreichen eines Ziels beeinträchtigt das Erreichen eines anderen Ziels.
Beispiel: Das Ziel „Kostensenkung" steht im Konflikt zum Ziel „Umsatzsteigerung", da weniger für Werbung und Vertrieb ausgegeben werden soll.
Zielkonflikte erkennen und managen
Zielkonflikte sind der Normalfall in vielen Bereichen (etwa das Magische Viereck in der Wirtschaftspolitik oder die unterschiedlichen Ziele der Finanzierung).
Für Unternehmen und Wirtschaftspolitiker geht es darum, die Zielbeziehungen zu erkennen und bei Konflikten sich entweder zwischen Zielen zu entscheiden (das heißt, eines verfolgen, eines aufgeben) bzw. zwischen diesen Zielen einen Ausgleich zu finden und die verschiedenen Ziele nur bis zu einem bestimmten Grad zu erreichen versuchen (Regelfall).
Fazit
- Bestehen zwei oder mehr Ziele, spricht man von Zielbeziehungen – sie beschreiben, wie gut die Ziele miteinander verträglich sind.
- Zielharmonie: Ziele fördern sich gegenseitig (komplementär).
- Zielneutralität: Ziele beeinflussen sich nicht (indifferent).
- Zielkonflikt: Ziele behindern sich gegenseitig (konkurrierend) – der Regelfall in der Praxis.
- Bei Konflikten muss man entweder Prioritäten setzen oder einen Ausgleich zwischen den Zielen finden.