Liquiditätsfalle

Liquiditätsfalle Definition

Die sog. Liquiditätsfalle bezeichnet eine Situation, in der die Geldpolitik keinen Einfluss mehr auf die Wirtschaft hat, d.h. nicht mehr wirksam die Nachfrage ankurbeln kann.

Üblicherweise kann durch eine Senkung der Leitzinsen bzw. eine Ausweitung der Geldmenge die Nachfrage angeheizt werden, da es für Unternehmen und Menschen günstiger wird, Kredite aufzunehmen, um damit Investitionen (Maschinen) bzw. Konsumausgaben (Möbel, Urlaubsreisen) zu tätigen.

Das geht gut, wenn der Zins z.B. mit 6 % hoch ist, hier besteht ein hoher geldpolitischer Spielraum. Ist der Zins aber bereits bei Null, kann nicht mehr weiter abgesenkt werden (Ausnahme: Negativzinsen, der Spielraum ist aber auf jeden Fall stark eingeschränkt).

Ein anderer Grund für die Liquiditätsfalle kann sein, dass die ausgeweitete Liquidität nicht genutzt wird, um Geld anzulegen, z.B. weil es keine lohnenden, einigermaßen sicheren Anlagen zu geben scheint; die Geldhaltung wird deshalb bevorzugt, um später ggfs. steigende Zinsen zur Anlage nutzen zu können (weiter sinken können die Zinsen ja nicht mehr).