Dean-Modell

Dean-Modell Definition

Das Dean-Modell plant Investitionen und Finanzierungen gleichzeitig.

Ausgangssituation:

Es gibt eine Liste mit verschiedenen Investitionen A, B, C usw. mit jeweils 2 Daten: Kapitalbedarf und (erwartete) Investitionsrendite in %.

Die Investition A könnte z.B. einen Kapitalbedarf von 1 Mio. € und eine Rendite von 12 % haben.

Die Investitionen sind unabhängig voneinander (A ist nicht auf B angewiesen) und schließen sich nicht aus (A ist keine alternative Investition zu B, das Unternehmen muss nicht entscheiden: A oder B, sondern es geht auch A und B).

Es gibt verschieden Finanzierungen I, II, III usw. mit jeweils 2 Daten: maximales Kreditvolumen und Zinssatz. Die Finanzierungen sind ebenfalls unabhängig voneinander.

Der Kredit I könnte z.B. maximal 1 Mio. € betragen und mit 10 % zu verzinsen sein.

Vorgehensweise nach dem Dean-Modell:

Es werden zunächst die Investitionen mit der höchsten Rendite ausgewählt und die Finanzierungen mit den geringsten Kapitalkosten genutzt.

Investitionen aus der Liste werden umgesetzt, solange die Rendite der jeweils geprüften Investition über dem Kapitalkostensatz der dafür benötigten (zusätzlichen) Finanzierung liegt.

Damit hat jede Investition einen positiven Kapitalwert.

Beispiel

Es gibt 3 mögliche Investitionen:

  • A: 1 Mio. €, 12 % Rendite
  • B: 1 Mio. €, 10 % Rendite
  • C: 2 Mio. €, 8 % Rendite

Wir gehen davon aus, dass die Investitionen unteilbar sind, also z.B. C nicht nur teilweise (mit weniger Kapitaleinsatz) umgesetzt werden kann.

Und es gibt 3 mögliche Kredite:

  • I: maximal 1 Mio. €, 6 % Verzinsung
  • II: maximal 2 Mio. €, 9 % Verzinsung
  • III: maximal 3 Mio. €, 12 % Verzinsung

Investition A mit der höchsten Rendite von 12 % kann mit dem Kredit I mit der geringsten Verzinsung von 6 % (vollständig) finanziert werden.

Projekt B mit der zweithöchsten Rendite von 10 % kann mit dem Kredit II mit einer Verzinsung von 9 % (vollständig) finanziert werden.

Projekt C mit 8 % Rendite benötigt 2 Mio. €, davon könnten 1 Mio. € noch mit dem Restbetrag von Kredit II von 1 Mio. € finanziert werden, die zweite Mio. € müsste über Kredit III mit 12 % Zinsen finanziert werden. Der durchschnittliche Kapitalkostensatz für C wäre (9 % + 12 %) / 2 = 10,5 %. Da die Rendite mit 8 % darunter liegt, wird Projekt C nicht durchgeführt.

Ergebnis: Die Investitionen A und B werden umgesetzt, die Finanzierung erfolgt mit den Krediten I (1 Mio. €) und II (1 Mio. € der maximal möglichen 2 Mio. €).

Die Kredite werden dabei nur gedanklich den Investitionen zugeordnet, das Unternehmen nimmt einfach 2 Mio. € Kredit auf und setzt die Projekte A und B um.

Das war ein vereinfachtes Beispiel. Das Dean-Modell hat auch seine Schwachstellen (es ist keine mathematische Optimierung; deshalb kann es bei unteilbaren Projekten wie oben auch sein, dass zwei oder drei weiter hinten in der Rendite-Liste stehende Investitionen in Summe zu mehr Gewinn führen als eine mit dem Dean-Modell ausgewählte weiter vorne stehende Investition).