Geldillusion

Geldillusion Definition

Wenn Menschen sich bei ihren Entscheidungen nicht am realen Wert des Geldes (an der – durch Inflation geminderten – Kaufkraft) orientieren, sondern am nominalen Wert, spricht man von Geldillusion.

Beispiel

Die Inflation (Preissteigerung) beträgt 3 %.

Frau Huber bekommt eine Gehaltserhöhung um 3 % von 5.000 € auf 5.150 €.

Frau Huber konsumiert jetzt mehr, weil sie ja mehr Geld verdient. Aber eigentlich kann sie sich nicht mehr leisten als vorher, da ja alles um 3 % teurer geworden ist. In Wirklichkeit hat sie nichts gewonnen.

Geldillusion "ist nicht gut" für volkswirtschaftliche Modelle, denn diese setzen rationale Akteure voraus, die sich an realen Größen orientieren.

Ein gewisses Maß an Geldillusion kann man wohl nicht ganz ausschließen (nach einer Gehaltserhöhung gönnt man sich mal was), andererseits wissen Arbeitnehmer (und Gewerkschaften) genau, wie sie Lohnerhöhungen in Bezug auf die jeweils aktuelle Inflation einordnen können; ebenso wissen Anleger / Sparer, was der Zinssatz, den sie bekommen, bei Inflation für ihr Vermögen bedeutet.