Saysche Theorem

Saysche Theorem Definition

Das von Jean Baptiste Say Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte Saysche Theorem bzw. Gesetz besagt vereinfacht, dass sich jedes Angebot seine Nachfrage schafft.

Die Idee dahinter zunächst bei einer Tauschwirtschaft ohne Geld:

Wenn ein Produzent z.B. 10 Laib Brot herstellte, tat er dies annahmegemäß nur dann, wenn er diese entweder (zum Teil) selbst brauchte oder damit gegen andere Güter tauschen mochte.

Wenn er dann 15 Laib Brot produzierte, hieß das, dass er insgesamt mehr Güter konsumieren möchte – das (erhöhte) Angebot schafft die (erhöhte) Nachfrage.

In einer Geldwirtschaft kann aber auch ein Teil der Produktion bzw. des mit der Produktion eingenommenen Geldes gespart werden, so dass der aktuelle Konsum geringer ist und nicht dem Angebot entspricht.

Der Preis für einen Laib Brot sei 1 Euro; der Brotproduzent nimmt dann 15 Euro ein und gibt vielleicht nur 10 Euro aus und spart 5 Euro; das Angebot im Wert von 15 Euro hat dann (zunächst) nur eine Nachfrage im Wert von 10 Euro geschaffen.

Die weitergeführte Saysche Argumentation besagt, dass die aus dem Sparen erwartete zukünftige Nachfrage dazu führt, dass Unternehmen Kredite aufnehmen und investieren, wodurch wiederum Nachfrage nach Investitionsgütern und Arbeitskräften geschaffen wird. Nach dem Theorem dürfte es Konjunkturkrisen, Arbeitslosigkeit etc. eigentlich nicht geben (weshalb z.B. Keynes das Saysche Theorem ablehnte).

Das Saysche Theorem ist Teil der angebotsorientierten Wirtschaftstheorie bzw. der Neoklassik.

Alternative Begriffe: Saysche Gesetz, Saysches Theorem.