Definition
Sparen bedeutet in der Volkswirtschaft: die Menschen geben ihr verdientes Geld nicht vollständig aus, sondern "speichern" es vorübergehend auf Bankkonten o.ä.
Sparen ist einerseits gut für eine Volkswirtschaft, da dadurch (indirekt über Kredite) Investitionen finanziert werden können (obwohl dies auch durch die Geldschöpfung möglich ist).
In einer offenen Volkswirtschaft kann jedoch nicht zwingend davon ausgegangen werden, dass Sparen und Investitionen sich gleichen; Sparer können ihr Geld auch im Ausland anlegen.
Zum anderen ist Sparen aber auch problematisch, da durch das Sparen die (Binnen-)Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen reduziert wird.
Wie viel gespart wird, hängt zum einen vom Zins ab (hohe Zinsen verleiten zum Sparen), zum anderen aber auch von den Erwartungen und Plänen der Sparer:
- erscheinen die wirtschaftlichen Aussichten schlecht, wird mehr gespart, auch wenn der Zins niedrig ist ("Notgroschen für schlechte Zeiten");
- planen die Menschen z.B. mit einer längeren Ruhestandsdauer (aufgrund höherer Lebenserwartung oder eines geplanten vorzeitigen Ruhestands), müssen sie mehr fürs Alter sparen.
Sparquote
Die Sparquote zeigt den Anteil vom verfügbaren Einkommen (Einkommen nach Abzug direkter Steuern wie der Lohn- bzw. Einkommensteuer sowie der Sozialversicherungsbeiträge), der gespart wird.
Beispiel: Sparquote berechnen
Beträgt das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte einer Volkswirtschaft in einem Jahr 1.000 Mrd. € und werden davon 120 Mrd. € gespart, ist die Sparquote 120 Mrd. € / 1.000 Mrd. € = 0,12 = 12 %.
(D. h., 880 Mrd. € wurden konsumiert).
Aus der Praxis: Sparquote in Deutschland im 1. Halbjahr 2025
Um ein Gefühl für die tatsächliche Größenordnung zu bekommen:
Die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland betrug im 1. Halbjahr 2025 10,3 %.
Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Niveau der Jahre seit 2000 (ausgeklammert die erhöhten Sparquoten in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021).
(Quelle: Statistisches Bundesamt (destatis.de), Pressemitteilung Nr. N059 vom 28. Oktober 2025).
Fazit
- Sparen bedeutet, einen Teil des verfügbaren Einkommens nicht zu konsumieren — es ermöglicht (indirekt über Kredite) Investitionen, reduziert aber gleichzeitig die Binnennachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.
- Die Sparquote (Ersparnisse ÷ verfügbares Einkommen) hängt vom Zinsniveau und von Erwartungen ab: Schlechte Konjunkturaussichten oder geplante längere Ruhestandsphasen lassen sie steigen.
- In offenen Volkswirtschaften müssen Sparen und Investitionen nicht übereinstimmen — Ersparnisse können auch im Ausland angelegt werden, was die Inlandsinvestitionen mindert.
Selbsttest: Sparen
Richtig
Falsch
Richtig
Falsch
Aufgabe: Sparquote berechnen
Ein privater Haushalt erzielt im Monat ein verfügbares Einkommen (nach Steuern und Sozialabgaben) von 3.200 €. Davon legt er 480 € auf ein Tagesgeldkonto.
a) Berechnen Sie die Sparquote des Haushalts.
b) Wie hoch ist der konsumierte Anteil des Einkommens (absolut und in Prozent)?
a) Sparquote = Ersparnisse ÷ verfügbares Einkommen = 480 € ÷ 3.200 € = 0,15 = 15 %
b) Konsum = 3.200 € − 480 € = 2.720 € = 85 % des verfügbaren Einkommens