Verdrängungseffekt

Verdrängungseffekt Definition

Der sogenannte (zinsbedingte) Verdrängungseffekt bzw. Crowding-Out-Effekt bezeichnet das Ergebnis einer Wirkungskette expansiver Fiskalpolitik (Erhöhung der Staatsausgaben, um die Konjunktur zu stärken).

Der Staat gibt viel Geld aus, das hat 2 Effekte:

  • zum einen führt bereits die damit meist verbundene erhöhte Kreditaufnahme durch den Staat zu höheren Zinsen;
  • zum anderen steigen durch die erhöhten Staatsausgaben die Nachfrage und Einkommen (der Arbeitnehmer und Unternehmer), wodurch die Geldnachfrage und – bei konstanter Geldmenge – die Zinsen steigen.

Wirkung und Folgen

Die erhöhten Zinsen führen dazu, dass die Haushalte und die Unternehmen weniger investieren, da die Kredite teurer sind.

Indirekt verdrängen die öffentlichen Mehrausgaben einen Teil der privaten und unternehmerischen Nachfrage, so dass ein Teil der angepeilten Wirkung auf die Konjunktur verpufft.

Während also der Multiplikatoreffekt verstärkend wirkt, "bremst" der Verdrängungseffekt.

Zum einen müssen deshalb bei fiskalpolitischen Maßnahmen die gegenläufigen Effekte geschätzt und abgewogen werden; zum anderen können die Verdrängungswirkungen abgemildert werden, wenn die Zentralbank zum Beispiel die Geldmenge steigen lässt und die Zinsen sich deshalb nicht oder weniger erhöhen (das sind aber zwei verschiedene Akteure – Staat und Zentralbank – mit unterschiedlichen Zielen und Interessen).

Wechselkursbedingte Crowding-Out Effekte

Neben diesem direkten zinsbedingten Verdrängungseffekt gibt es in der Folge noch weitere, vor allem wechselkursbedingte Crowding-Out Effekte:

Eine expansive Fiskalpolitik mittels Erhöhung der Staatsausgaben führt aufgrund der vermehrten Kreditnachfrage zu einer Zinserhöhung im Inland; angelockt durch die hohen Zinsen fließt Kapital aus dem Ausland in das Inland, die Nachfrage nach der Inlandswährung steigt, das führt zu einer Währungsaufwertung und diese Aufwertung mindert durch die geringeren Exporte (die teurer geworden sind, weil jetzt zum Beispiel mehr US-Dollar oder japanische Yen für einen Euro ausgegeben werden müssen) bzw. die höheren Importe (die billiger geworden sind) den positiven Nachfrageeffekt der expansiven Fiskalpolitik auf die heimische Wirtschaft.