Verbindlichkeitenspiegel

Verbindlichkeitenspiegel Definition

Bei Kapitalgesellschaften verlangt das HGB folgende Angaben zu den Verbindlichkeiten (bzw. zu jeder einzelnen Kategorie von Verbindlichkeiten):

  • der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sowie (ab 2016) der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (§ 268 Abs. 5 Satz 1 HGB);
  • der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren (§ 285 Nr. 1 a) i.V.m. Nr. 2 HGB) sowie
  • der Betrag der Verbindlichkeiten, der durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert ist, unter Art und Form der Sicherheiten (§ 285 Nr. 1 b) i.V.m. Nr. 2 HGB).

Der Übersichtlichkeit halber werden diese Angaben üblicherweise in einer Tabelle – dem Verbindlichkeitenspiegel – im Anhang des Jahresabschlusses zusammengefasst.

Alternative Begriffe: Verbindlichkeitsspiegel.

Beispiel

Beispiel Verbindlichkeitenspiegel

Der Aufbau eines Verbindlichkeitenspiegels stellt sich (hier für 2 Verbindlichkeitsposten) wie folgt dar:

Verbindlichkeitenspiegel (Angaben in €)
Restlaufzeiten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 01
  bis zu einem Jahr größer ein Jahr bis zu 5 Jahre mehr als 5 Jahre Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.000.000 3.000.000 1.000.000 5.000.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 500.000 0 0 500.000
Gesamt 1.500.000 3.000.000 1.000.000 5.500.000

Wären z.B. die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in voller Höhe durch Hypotheken gesichert, könnte dies mittels einer Fußnote angegeben werden.