Rüstzeit

Rüstzeit Definition

Die Rüstzeit ist die benötigte Zeit, um eine Anlage / Maschine für ein neues Produktionslos vorzubereiten. Dazu zählen ggfs. Einstellen, Umbau, Justierung, Reinigung, Wartezeiten (z.B. um abzukühlen oder aufzuheizen), Testlauf und Kontrolle, u.s.w.

Als Frage: Von Produkt A wurde das letzte Stück des 100er Loses hergestellt – wie lange dauert es jetzt, bis das erste Produkt B produziert werden kann? Das ist die Rüstzeit.

Beispiel

Ein Spielzeughersteller produziert mit einer Maschine Sandkastenformen; zunächst ein Los von 1.000 großen Schaufeln; anschließend sollen 500 kleine Schaufeln hergestellt werden. Nachdem die tausendste große Schaufel produziert wurde, entfernt ein Arbeiter die Form für die große Schaufel (3 Minuten), montiert eine neue Form für die kleine Schaufel in die Maschine (3 Minuten) und produziert und kontrolliert ein Teststück (4 Minuten). Das dauert in Summe 10 Minuten und wäre die Rüstzeit.

Lange Rüstzeiten sind schlecht: währenddessen wird nichts produziert, die Zeit der "Umrüster" kostet Geld, die Durchlaufzeiten verlängern sich.

Hohe Rüstzeiten bzw. Rüstkosten verleiten oft zu hohen Losgrößen (und damit zu hohen Beständen), damit die Rüstkosten sich kostenrechnerisch auf viele Stück verteilen.

Deshalb wird viel an Rüstzeitoptimierung gearbeitet, z.B. indem im obigen Beispiel die (Ab-)montage der Formen vereinfacht und damit schneller durchführbar gemacht wird oder die Umstellung durch Üben so genau und fehlerfrei vorgenommen wird, dass auf das Teststück verzichtet werden kann.