Schlupfzeitregel

Schlupfzeitregel Definition

Die Schlupfzeitregel ist eine der Prioritätsregeln.

Für jeden Fertigungsauftrag wird die Schlupfzeit berechnet, das ist die verbleibende Zeit bis zum (zugesagten) Liefertermin abzüglich der noch ausstehenden Fertigungszeit.

Die höchste Priorität erhält der Fertigungsauftrag, bei dem diese Zeitspanne am kürzesten ist.

Beispiel

Die drei Fertigungsaufträge A, B und C haben eine Bearbeitungszeit

  • an der Drehbank von 10 Minuten, 5 Minuten und 12 Minuten;
  • anschließend an der Schleifmaschine 20 Minuten, 10 Minuten und 8 Minuten.

Es ist 8 Uhr morgens, die Bearbeitung aller Aufträge hat noch nicht begonnen, der Liefertermin sei für alle drei Aufträge 8:30 Uhr.

Dann ist die Schlupfzeit für

  • Auftrag A: 30 - 10 - 20 = 0 Minuten;
  • Auftrag B: 30 - 5 - 10 = 15 Minuten;
  • Auftrag C: 30 - 12 - 8 = 10 Minuten.

Auftrag A hat mit 0 Minuten die geringste Schlupfzeit und kommt als erster dran (falls nicht, würde Auftrag A verspätet fertig). Anschließend kommt Auftrag C und dann Auftrag B.

Die Aufträge, die Gefahr laufen, sich zu verspäten, werden also zuerst behandelt.

Die Schlupfzeitregel ist darauf ausgerichtet, Terminabweichungen zu minimieren, zudem sorgt sie im Regelfall für eine gute Kapazitätsauslastung; das geht jedoch auf Kosten der Durchlaufzeiten sowie der Zwischenlagerkosten.