Unternehmenstheorie

Unternehmenstheorie Definition

Die Unternehmenstheorie ist ein Teilgebiet der Mikroökonomie und befasst sich damit,

  • wie und zu welchen Kosten Unternehmen produzieren (Produktions- und Kostentheorie),
  • wie sie Entscheidungen treffen (z. B. bzgl. ihrer Angebotsmenge),
  • wie sie auf bestimmte Steueränderungen oder staatliche Mindest- oder Höchstpreise reagieren u. v. m.

Dabei werden Unternehmen ganz abstrakt behandelt; es spielt für die Modellierung ihres Verhaltens auf dieser volkswirtschaftlichen / mikroökonomischen Ebene keine Rolle, ob es sich um eine Brauerei, eine Autofabrik, eine Landwirtschaft oder einen Friseursalon handelt.

Beispiel

Eine typische Fragestellung wäre z. B., welche Stückzahlen ein Monopolist (marktbeherrschender Alleinanbieter) auf dem Markt anbietet; dabei sind die Kostenfunktion des Monopolisten (die z. B. die Kosten bei 100.000 Stück berechnen lässt) und eine Nachfragefunktion (die z. B. die Absatzmenge bei einem Preis von 100 € angibt) gegeben.

Das wird sehr abstrakt bzw. losgelöst vom Einzelfall behandelt: In welcher Branche der Monopolist tätig ist, ob seine Kosten vorwiegend Material- oder Personalkosten sind, wer die Kunden sind usw. ist egal. Einige Funktionen und Formeln reichen, um sein allgemein erwartbares Verhalten zu modellieren.

Und daraus zieht man allgemeine Schlüsse, u. a. dass Monopole i. d. R. für die Konsumenten schlecht sind (für den Monolpolisten sind sie natürlich gut) und deshalb möglichst zu vermeiden sind (z. B. indem Kartellbehörden beantragte Fusionen zweier großer Marktführer mit 50 % und 40 % Marktanteil untersagen).

Ähnlich wird z. B. das Verhalten von Oligopolisten (wenige teilen sich den Markt auf, z. B. Stromanbieter oder Mobilfunkfirmen) modelliert.

Das Gegenstück, wenn man so will, ist die Haushaltstheorie, die sich mit dem Verhalten und den Entscheidungen der Haushalte bzw. Konsumenten befasst.

Alternative Begriffe: Theorie der Unternehmung.