Wertorientierte Kennzahlen

Wertorientierte Kennzahlen Definition

Wertorientierte Kennzahlen beziehen sich darauf, ob in einem Zeitraum (z. B. Geschäftsjahr) Wert geschaffen oder Wert vernichtet wurde.

Mit Wert ist der Unternehmenswert gemeint. Mit anderen Worten ist die Frage: ist das Unternehmen mehr wert geworden?

Andere, traditionelle Kennzahlen wie z. B. der Jahresüberschuss (Gewinn) oder die Umsatzrendite sind zwar Indizien für ein erfolgreiches Geschäftsjahr; ob der Unternehmenswert gesteigert wurde, ergibt sich daraus jedoch nicht.

Das liegt z. B. daran, dass bei diesen Kennzahlen das Risiko des Unternehmens oder der notwendige Kapitaleinsatz nicht berücksichtigt werden oder dass Buchwerte aus der Rechnungslegung verwendet werden.

Ein identischer Gewinn (z. B. 1 Mio. €) kann aus einem HGB- oder IFRS-Abschluss entnommen werden und wird damit ganz anders ermittelt; zum anderen kann er mit 5 Mio. € Kapitaleinsatz oder mit 100 Mio. € Kapitaleinsatz erreicht worden sein, auch das ein großer Unterschied (für die Kapitalverzinsung).

Zudem ist derselbe Gewinn bei höherem Risiko anders einzuschätzen als bei geringem Risiko (er wurde sozusagen mit einem höheren Risiko erkauft).

Die wertorientierten Kennzahlen versuchen, diese Schwachpunkte und Unzulänglichkeiten herkömmlicher Kennzahlen auf die eine oder andere Weise zu beseitigen oder zumindest zu mindern.

Am stärksten verbreitet sind diese wertorientierten Kennzahlen:

  • Economic Value Added (EVA)
  • Cash Value Added (CVA)
  • Market Value Added (MVA)
  • Cash Flow Return on Investment (CFROI)
  • Discounted Cash Flow (DCF).