Economic Value Added

Economic Value Added Definition

Das "wertorientierte" Economic Value Added - Konzept (kurz: EVA) wurde von der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co. entwickelt.

Die Grundfrage ist: Bringt eine Investition (ein neues Werk, eine Produktentwicklung, ein neuer Geschäftsbereich usw.) einen Wertbeitrag bzw. Wertzuwachs (der Economic Value Added) für das Unternehmen, bringt sie keinen oder vernichtet die Investition sogar Wert?

Oder anders: Hat das Unternehmen (als "Ansammlung vieler Investitionen") im vergangenen Jahr oder Quartal seinen Wert gesteigert oder nicht? Der Economic Value Added ist also eine Methode, den Unternehmenserfolg zu messen.

Man kann sich das konkret vorstellen: Ein Unternehmen, das 100 Mrd. € wert ist (z.B. Börsenwert) sollte nach einer Investition oder einem erfolgreichen Geschäftsjahr (mit vielen Investitionen) z.B. 105 Mrd. € wert sein.

Dazu muss eine Investition bzw. das Unternehmen die Kapitalkosten für das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital – die (Weighted Average) Cost of Capital (WACC) – verdienen.

Der Economic Value Added (EVA) kann auf verschiedene Weise berechnet werden, eine Formel lautet:

EVA = NOPAT - (WACC × Invested Capital).

Dabei ist NOPAT der Net Operating Profit After Taxes (eine Art Betriebsgewinn), WACC ist der durchschnittliche Kapitalkostensatz und Invested Capital das investierte Kapital.

Die Daten werden zwar aus dem Jahresabschluss (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) entnommen, aber noch nach bestimmten Vorgaben angepasst (Adjustments).

Beispiel (stark vereinfacht)

Ein Unternehmen investiert in einen neuen Geschäftsbereich 100 Mio. €. Dieser Betrag wird hälftig mit Eigenkapital (erwartete Eigenkapitalrendite 8 %) und hälftig mit Fremdkapital (Zinssatz 4 %) finanziert, die gewichteten Kapitalkosten sind deshalb 50 % × 8 % + 50 % × 4 % = 6 %.

Der neue Geschäftsbereich erwirtschaftet ein NOPAT in Höhe von 7 Mio. €.

Der Economic Value Added ist:

EVA = 7 Mio. € - (6 % × 100 Mio. €) = 7 Mio. € - 6 Mio. € = 1 Mio. €.

Der EVA ist positiv, die Investition hat mehr als die Kapitalkosten verdient, die Entscheidung für den neuen Geschäftsbereich war wertsteigernd für das Unternehmen.