Definition
Innenfinanzierung bezeichnet Formen der Unternehmensfinanzierung, die ohne externe Kapitalgeber wie etwa Aktionäre oder Banken von statten geht.
Bei der Innenfinanzierung wird – im Gegensatz zur Außenfinanzierung – kein Kapital von außen zugeführt, sondern aus dem Unternehmen gewonnen.
Sie kann als Eigenfinanzierung (zum Beispiel durch Gewinnthesaurierung) oder als Fremdfinanzierung (zum Beispiel Finanzierung aus Rückstellungen) durchgeführt werden.
Alternative Begriffe: Endogene Finanzierung, interne Finanzierung.
Beispiel
Beispiel: Innenfinanzierung durch Gewinnthesaurierung
Die Grundidee der Innenfinanzierung an einem kurzen Beispiel gezeigt:
Eine GmbH benötigt in 5 Jahren einen neuen LKW für 100.000 €.
Das Unternehmen könnte, wenn es soweit ist, einen Kredit aufnehmen (das wäre eine Außenfinanzierung). Dafür braucht es eine Bank, die einen Kredit gibt (oder andere Kapitalgeber von außen) – sonst gibt es keinen LKW.
Oder die GmbH behält in den kommenden 5 Jahren aus den jährlichen Gewinnen von 100.000 € jeweils 20 % = 20.000 € ein und stellt diese in die Gewinnrücklagen (§ 29 Abs. 2 GmbHG) ein, so dass diese nach 5 Jahren 100.000 € betragen.
Die Finanzierung erfolgt also aus eigener Kraft, das Wohlwollen einer Bank oder anderer externer Kapitalgeber ist nicht notwendig.
Voraussetzung
Die Innenfinanzierung setzt ein ertragsstarkes Unternehmen voraus, das ausreichende finanzielle Mittel erwirtschaftet.
Unternehmen in der Gründungs-/Anlaufphase bzw. verlustträchtige Unternehmen besitzen in der Regel nur geringe Innenfinanzierungskraft und sind auf externe Kapitalzuführungen angewiesen.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
Vorteile der Innenfinanzierung sind:
- das Unternehmen kann die Finanzierungsmaßnahmen "aus eigener Kraft" vornehmen und ist nicht auf die Bereitwilligkeit externer Kapitalgeber angewiesen (höhere Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt).
- die Innenfinanzierungsmaßnahmen sind in der Regel kostenlos in dem Sinne, dass keine Provisionen oder Gebühren anfallen.
- der Durchführungsaufwand ist sehr gering.
Je nach Form der Innenfinanzierung treten weitere Vorteile auf.
Nachteile
Als Nachteil der Innenfinanzierung kann betrachtet werden, dass ihr Anfall und ihre Höhe nur in begrenztem Umfang gesteuert bzw. geplant werden können.
So sind das Ausmaß der Finanzierung aus Abschreibungen oder aus Rückstellungen bzw. die Gewinnthesaurierung im Wesentlichen von den handelsrechtlichen (unter Ausübung von Ermessensspielräumen) und gesellschaftsrechtlichen Regelungen abhängig.
Überblick: Formen
Beispiele für Innenfinanzierung sind:
- Finanzierung aus Abschreibungen
- Finanzierung aus Rückstellungen
- Kapitalfreisetzung
- Offene Selbstfinanzierung / Gewinnthesaurierung
- Stille Selbstfinanzierung.
Fazit
- Innenfinanzierung bezeichnet alle Formen der Unternehmensfinanzierung, bei denen Kapital ohne externe Kapitalgeber (Aktionäre, Banken) aus dem Unternehmen selbst gewonnen wird — im Gegensatz zur Außenfinanzierung.
- Sie kann als Eigenfinanzierung (z. B. Gewinnthesaurierung / offene Selbstfinanzierung) oder als Fremdfinanzierung (z. B. Finanzierung aus Rückstellungen) auftreten.
- Voraussetzung ist ein ertragsstarkes Unternehmen; Gründungsunternehmen und verlustträchtige Betriebe verfügen in der Regel nur über geringe Innenfinanzierungskraft.
- Wesentliche Vorteile: Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt, keine Kapitalbeschaffungskosten (Provisionen, Gebühren), geringer Durchführungsaufwand. Nachteil: Anfall und Höhe sind nur begrenzt planbar.