Kapitalmarktzins

Kapitalmarktzins Definition

Es gibt auf den Finanzmärkten nicht nur einen “allgemein gültigen Zinssatz”; man unterscheidet vor allem zwei Kategorien: Kapitalmarktzins und Geldmarktzins.

Der Kapitalmarktzins ist der Zinssatz für die längerfristige Kapitalüberlassung, während der Geldmarktzins der Zinssatz für eine kurzfristige Kapitalüberlassung (bis zu einem Jahr Laufzeit) ist.

Auch den Kapitalmarktzins gibt es nicht direkt als einen Prozentwert, da Zinsen von mehreren Faktoren abhängen: von der Laufzeit (5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre?), einer etwaigen Besicherung (z. B. durch Grundpfandrechte wie Hypothek oder Grundschuld) oder auch dem Kapitalbetrag (10.000 € vs. 10 Mrd. €).

Gemessen wird der offizielle Kapitalmarktzins deshalb hilfsweise teils über die Rendite (sagen wir vereinfacht die Verzinsung) festverzinslicher Wertpapiere / Schuldverschreibungen, teils über die Rendite / Verzinsung von Staatsanleihen mit zehnjähriger (= langfristiger) Laufzeit.

Der Kapitalmarktzins ist eine wichtige Größe, zu ihm kann man Geld langfristig anlegen. Er dient deshalb als Vergleichsmaßstab für andere (langfristige) Investitionen wie in Immobilien oder Unternehmen (z. B. Aktien).

Beträgt er z. B. 2 %, erscheinen Investitionen in Immobilien, die 5 % Rendite pro Jahr bringen, lukrativ (hier muss allerdings für einen Vergleich noch ein Risikozuschlag berücksichtigt werden, da Immobilien meist unsicherer sind als festverzinsliche Staatsanleihen: sinkende Mieten, Mietausfälle, Leerstände); beträgt er 6 %, sind Immobilien weniger interessant. Analog gilt das für Unternehmen(santeile) und andere Geschäftsinvestitionen.

Der Kapitalmarktzins wirkt also direkt und – als Vergleichsmaßstab – auch indirekt. Ein hoher Kapitalmarktzins ist gut für Sparer / Anleger, hemmt aber die Investitionstätigkeit und die Wirtschaft.

Alternative Begriffe: Kapitalmarktzinsen.