Lerner-Index

Lerner-Index Definition

Der nach dem Ökonomen Abba P. Lerner benannte Lerner-Index soll messen, welche Marktmacht ein Unternehmen hat bzw. inwiefern es in der Lage ist, Preise frei nach seinen Vorstellungen zu setzen.

Die Formel:

L = (p - GK) / p

Dabei ist L der Lerner-Index, p der Preis und GK sind die Grenzkosten.

Was macht die Formel? Im Zähler steht die Differenz aus Preis und Grenzkosten. Je höher diese Differenz, desto mehr kann das Unternehmen auf seine (Grenz)kosten aufschlagen und desto höher die Marktmacht des Unternehmens.

Im Nenner steht der Preis; die Differenz aus Preis und Grenzkosten wird also nicht absolut stehen gelassen, sondern relativ ins Verhältnis zum Preis gesetzt.

Der Lerner- Index muss zwischen 0 und 1 liegen, da der Zähler durch die vom Preis abgezogenen Grenzkosten immer kleiner als der Nenner sein wird.

Zur Anwendung:

Unternehmen im vollkommenen Wettbewerb bieten nach der mikroökonomischen Theorie zu Preisen in Höhe der Grenzkosten an.

Beispiel 1: Wettbewerbsmarkt

Eine Brauerei hat Grenzkosten für eine Flasche Bier von 1 € und bietet zu diesem Preis an.

Würde sie zu einem anderen Preis von z. B. 1,50 € anbieten, könnte ein anderer Anbieter auf dem Markt bei denselben Grenzkosten von 1 € für 1,40 € anbieten und damit der anderen Brauerei die Kunden wegnehmen.

Aber auch bei 1,40 € könnte eine weitere Brauerei für 1,30 € anbieten usw. – bis der Preis auf dem Markt den Grenzkosten entspricht.

Ist die Differenz zwischen Preis und Grenzkosten deshalb 0 oder zumindest sehr gering, ist der Lerner-Index 0 oder klein; es wird dann wohl ein Wettbewerbsmarkt vorliegen.

Beispiel 2: Monopol

Gäbe es nur eine einzige Brauerei (ein Monopol), könnte diese bei Grenzkosten für eine Flasche Bier von 1 € auch zu einem Preis von 3 € oder 5 € anbieten (ganz wie sie möchte; es gibt keinen Preisbildungsmechanismus auf dem Markt).

Die Differenz zwischen Preis und Grenzkosten wäre dann groß, z. B. bei einem Preis von 5 €:

L = (5 € - 1 €) / 5 € = 4 € /5 € = 0,8.

Der Lerner-Index ist hoch, es liegt wohl nur schwacher Wettbewerb vor (bzw. gar keiner bei einem Monopol).

Ein Lerner-Wert von 0 bedeutet also keine Marktmacht, ein Wert von nahe 1 bedeutet höchste Marktmacht.

Der Lerner-Index hat das Problem, dass Preise zwar offensichtlich sind, nicht aber die (Grenz)Kosten der Unternehmen (diese sind geheim).