Definition
Der Preis von Produkten wird letztlich nicht (nur) durch die Kosten bestimmt, sondern durch den Markt bzw. Wettbewerb.
Im Zusammenhang mit der Preisbildung unterscheidet man insbesondere nach der Anzahl der Anbieter verschiedene Marktformen.
Übersicht
Polypol
Viele Anbieter, viele Nachfrager — alle Marktteilnehmer sind Preisnehmer.
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Oligopol
Wenige Anbieter dominieren den Markt; strategisches Verhalten prägt die Preisbildung.
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Monopol
Ein einziger Anbieter; volle Preissetzungsmacht über Preis und Menge.
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Monopolistische Konkurrenz
Viele Anbieter mit differenzierten Produkten — Spezialfall zwischen Polypol und Monopol.
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Lerner-Index
Maß für die Marktmacht eines Unternehmens: 0 = Polypol, 1 = Monopol.
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Beispiele für die unterschiedlichen Marktformen werden bei der jeweiligen Marktform erläutert.
Diese Gliederung nach der Anzahl der Anbieter ist die wichtigste; in der Regel ist das gemeint, wenn von Marktformen die Rede ist.
Eine Ebene darunter unterscheidet man aber auch noch nach der Anzahl der Nachfrager; beispielsweise ist nur der Staat Nachfrager von Rüstungsgütern (ein Nachfrager) oder nur Autobauer fragen im Wesentlichen Airbags und Getriebe nach (wenige Nachfrager). Daraus ergeben sich dann Kombinationen aus Anzahl der Anbieter und Anzahl der Nachfrager (ein Nachfrager und viele Anbieter ergibt beispielsweise ein Monopson).
Marktformenschema (nach Stackelberg)
| Ein Nachfrager | Wenige Nachfrager | Viele Nachfrager | |
|---|---|---|---|
| Ein Anbieter | Bilaterales Monopol | Beschränktes Monopol | Monopol |
| Wenige Anbieter | Beschränktes Monopson | Bilaterales Oligopol | Oligopol |
| Viele Anbieter | Monopson | Oligopson | Polypol |
Jeder Markt hat seine Marktform
Die Marktformen beziehen sich jeweils auf einzelne Märkte, beispielsweise den Strommarkt, den Markt für Suchmaschinen, den Lebensmitteleinzelhandel, den Friseurmarkt oder den Automobilmarkt.
In einer Volkswirtschaft und (sozialen) Marktwirtschaft wie Deutschland existieren diese unterschiedlichen Marktformen nebeneinander.
Preisbildung abhängig von Marktform
Beispiele
Bei einem Polypol (viele Anbieter, viele Nachfrager) bildet sich ein Preis „automatisch“ durch den Marktmechanismus aus Angebot und Nachfrage, alle müssen diesen Preis hinnehmen.
Ein Hersteller von Butter kann nicht sagen: Ich verkaufe nur für 10 € pro Packung, ein Friseur kann nicht sagen: Ich frisiere nur für 200 €; sie wären auf ihren Märkten mit den weit niedrigeren Marktpreisen nicht konkurrenzfähig (zumindest soweit sie Standardprodukte und -leistungen anbieten).
Ebenso kann ein einzelner Kunde wenig Preisdruck ausüben („Ich zahle für einen Haarschnitt nur 1 € …“).
Niemand hat große Macht / Einfluss auf die Preise.
Bei einem Oligopol (wenige Anbieter teilen sich einen Markt, zum Beispiel Stromanbieter oder Mobilfunkunternehmen) hingegen können Oligopolisten als „starke Spieler“ Preisinitiativen starten; sie überlegen aber nicht nur, wie sich beispielsweise ihre Kunden bei einer Preissenkung oder -erhöhung verhalten, sondern auch, wie die Konkurrenz wohl reagieren wird (ziehen diese mit und senken oder erhöhen auch die Preise?).
Und bei einem Monopol (ein einziger Anbieter) kann dieser den Preis selbst setzen, und die Kunden können dann zu dem Preis kaufen oder nicht.
Fazit
- Marktformen beschreiben den Wettbewerbsgrad auf einem Markt — primär nach der Anzahl der Anbieter.
- Hauptformen nach Anbieterzahl: Polypol (viele → Marktpreis), Oligopol (wenige → strategisches Verhalten) und Monopol (einer → volle Preissetzungsmacht).
- Auch die Nachfragerseite zählt: Monopson (ein Nachfrager) und Oligopson (wenige) — kombiniert ergibt sich das Marktformenschema.
- In einer Marktwirtschaft wie Deutschland existieren alle Marktformen gleichzeitig nebeneinander.