Proportionalitätsprinzip

Proportionalitätsprinzip Definition

Das Proportionalitätsprinzip ist eine möglichen Grundlage für die Kostenverteilung von Kostenarten auf Kostenstellen und Kostenträger (es gibt noch andere alternative Prinzipien).

Gemeinkosten, die sich nicht direkt auf Kostenstellen und Kostenträger zuordnen lassen, werden nach bestimmten Bezugs-, Maß- bzw. Schlüsselgrößen proportional verteilt.

Diese Bezugsgrößen können Mengen bzw. Einheiten sein (Stückzahlen, Gewichte, Volumen, Flächen, Längen, Zeiten usw.) oder Werte (v. a. Geldbeträge).

Damit soll eine einigermaßen verursachungsgerechte Kostenverteilung erfolgen. Man begnügt sich aber mit einem proportionalen Zusammenhang (doppelte Menge – doppelte Kosten) und verzichtet auf einen kausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.

Beispiel

In einem Unternehmen fallen monatlich 10.000 € Heizkosten an. Am besten wäre es, man würde den Verbrauch in jeder Abteilung bzw. Kostenstelle erfassen und die Kostenstellen, die eine höhere Temperatur einstellen oder mehr Stunden heizen, werden dann mit höheren Kosten belastet.

So ist es aber i. d. R. nicht. Deshalb sucht man eine Bezugsgröße, die sich zu den Heizkosten proportional verhalten könnte, z. B. das Raumvolumen oder – einfacher – die Raumfläche (wenn alle Räume gleich hoch sind).

Hat das Unternehmen z. B. 1.000 Quadratmeter, ist der "Heizsatz" 10 € pro qm. Hat die Abteilung bzw. Kostenstelle Vertrieb 200 Quadratmeter, wird sie mit 200 × 10 € = 2.000 € Heizkosten belastet (unabhängig davon, wie sie tatsächlich einheizt).

Die Verteilung ist dann vielleicht nicht ganz verursachungsgerecht, aber zumindest annähernd – und damit in Ordnung.