Definition
Das Volkseinkommen ist das Einkommen der Bevölkerung einer Volkswirtschaft.
Dabei werden all die einbezogen, die ihren ständigen Wohnsitz bzw. Sitz (Unternehmer) im Inland (Deutschland) haben (der Lohn eines in Saarbrücken lebenden Arbeiters, der in Frankreich arbeitet, geht ebenso in die Zählung ein wie die Dividenden aus US-Unternehmen, die ein Münchner erhält).
Das Volkseinkommen umfasst
- die Einkommen der Arbeitnehmer (Bruttolöhne der Arbeiter und Angestellten),
- die Einkommen aus Unternehmen (vor allem Gewinne) sowie
- die Einkommen aus Vermögen (etwa Zinsen oder Mieterträge).
Mit anderen Worten: die Haushalte einer Volkswirtschaft liefern an Unternehmen Arbeit, aber auch Mietobjekte wie Immobilien (Grundstücke, Bürogebäude, Lagerhallen) und Kapital (Darlehen und Anleihen, Eigenkapital); dafür erhalten sie Vergütungen (Lohn, Mieten, Zinsen und Gewinne) und diese alle zusammen bilden das Volkseinkommen.
Volkseinkommen als Basis für volkswirtschafliche Kennzahlen
Basis der Verteilungsrechnung
Die Verteilungsrechnung als eine der drei Möglichkeiten, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) einer Volkswirtschaft zu ermitteln (daneben gibt es noch die Entstehungsrechnung und die Verwendungsrechnung), basiert auf dem Volkseinkommen.
Basis der Lohnquote
Die volkswirtschaftliche Kennzahl Lohnquote setzt die Arbeitnehmerentgelte ins Verhältnis zum Volkseinkommen, um zu sehen, welche Anteil die abhängig arbeitende Bevölkerung „am Kuchen“ (Volkseinkommen) hat.
Beispiel: Volkseinkommen
Angenommen, in einem Land leben nur 2 Menschen: Adam und Berta.
Adam arbeitet für das einzige Unternehmen des Landes und erhält 60 T€ Lohn.
Berta arbeitet nicht, vermietet aber ein Bürogebäude an das Unternehmen und erhält dafür 40 T€ Miete; zudem ist sie als Aktionärin an dem (einzigen) Unternehmen beteiligt und erhält eine Dividende in Höhe von 20 T€.
Volkseinkommen berechnen
Das Volkseinkommen ist 60 T€ (Lohn) + 40 T€ (Mieterträge) + 20 T€ (Gewinne) = 120 T€.
Fazit
- Das Volkseinkommen umfasst alle Einkommen der inländischen Bevölkerung: Arbeitnehmerentgelte, Unternehmensgewinne sowie Vermögenseinkommen (Zinsen, Mieten).
- Es gilt das Inländerprinzip: entscheidend ist der Wohnsitz, nicht der Arbeitsort — Auslandseinkommen von Inländern zählen dazu.
- Das Volkseinkommen bildet die Grundlage für die Verteilungsrechnung, eine der drei Methoden zur BIP-Berechnung.
- Die Lohnquote setzt die Arbeitnehmerentgelte ins Verhältnis zum Volkseinkommen und zeigt den Einkommensanteil der abhängig Beschäftigten.
Selbsttest: Volkseinkommen
Aufgabe: Volkseinkommen berechnen
In einer kleinen Volkswirtschaft erzielen die Haushalte folgende Einkommen: Arbeitnehmer-Bruttolöhne 45 T€, Zinseinkünfte aus Ersparnissen 5 T€, Unternehmergewinne 38 T€ sowie Mieteinnahmen aus vermieteten Immobilien 12 T€. Berechnen Sie das Volkseinkommen.
Formel: Volkseinkommen = Arbeitnehmerentgelte + Unternehmensgewinne + Vermögenseinkommen
Einsetzen: 45 T€ + 5 T€ + 38 T€ + 12 T€ = 100 T€
Ergebnis: Das Volkseinkommen beträgt 100 T€.