Istkaufmann

Istkaufmann Definition

Istkaufmann ist nach § 1 Abs. 1 HGB, wer ein Handelsgewerbe betreibt.

Ein Handelsgewerbe ist nach § 1 Abs. 2 HGB jeder Gewerbebetrieb (also z.B. kein freier Beruf wie Arzt oder Steuerberater, aber auch – entgegen dem Wortlaut "Handel" – Industrieunternehmen und Dienstleistungsbetriebe), ausgenommen: das Unternehmen erfordert nach Art und Umfang keinen "in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb".

Ein Schreiner mit 10 Mitarbeitern und 1 Mio. € Jahresumsatz benötigt einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb (Auftragsverwaltung, Buchführung, Lohnabrechnung usw.), betreibt ein Handelsgewerbe und ist damit ein Istkaufmann (man sagt auch: Vollkaufmann).

Jemand, der am Strand als mobiler Eisverkäufer unterwegs ist, hat nur ein Kleingewerbe und ist kein Istkaufmann (man bezeichnet ihn dann – nicht sehr nett – als Kleingewerbetreibenden, Minderkaufmann oder Nichtkaufmann).

Beim Istkaufmann kommt die Kaufmannseigenschaft also aus seiner Betätigung, bei anderen Kaufleuten aus der Rechtsform (z.B. eine GmbH als Formkaufmann) oder aus einer freiwilligen Handelsregistereintragung (Kannkaufmann, z.B. wenn sich der mobile Eisverkäufer ins Handelsregister eintragen lässt).

Ein Istkaufmann unterliegt – wie jeder Kaufmann – dem HGB.

Alternative Begriffe: Ist-Kaufmann, Kaufmann kraft Betätigung.