Definition
Das Marktvolumen ist der gesamte Absatz eines Marktes (also aller Anbieter zusammen) in Stück oder anderen Einheiten wie Liter, Tonnen und so weiter oder auch in € gemessen (das wäre dann der Nettoumsatz).
Diese Kennzahl beschreibt in der Regel die Marktgröße.
Das Marktvolumen wird durch die Abgrenzung des Marktes bestimmt, sowohl geografisch (Deutschland, Europa, ganze Welt?) als auch durch das Segment, in welchem das Unternehmen tätig ist (zum Beispiel Luxusautos, Kleinwagen und so weiter).
Formeln
Als Menge:
Marktvolumen = Anzahl der Käufer × Menge je Käufer pro Zeiteinheit (Jahr)
Beispiel Marktvolumen
Es gebe in Deutschland 30 Millionen Männer, die sich rasieren, von denen seien 10 Millionen Nassrasierer und diese kaufen durchschnittlich 5 Rasierklingen jährlich.
Marktvolumen = 10 Millionen × 5 Klingen = 50 Millionen Klingen.
Interpretation
In Mengeneinheiten zu messen, ist meist angebrachter; zum einen können Preise im Zeitverlauf ziemlich schwanken, zum anderen würde bei einer Messung in € das Marktvolumen alleine schon durch die Inflation jährlich steigen, auch wenn die Mengen gar nicht zunehmen; das kann das Bild / den Eindruck – zum Beispiel „wachsendes Marktvolumen“ – verzerren; in Wirklichkeit lassen sich keine höheren Mengen verkaufen.
Als (Netto-)Umsatz:
Marktvolumen = Anzahl der Käufer × Menge je Käufer pro Zeiteinheit (Jahr) × durchschnittlicher Preis
Beispiel Umsatzvolumen
Ist der Durchschnittspreis einer Rasierklinge 1 € netto (1,19 € brutto mit Mehrwertsteuer), ist das Umsatzvolumen:
Umsatzvolumen = 10 Millionen × 5 Klingen × 1 € je Klinge = 50 Millionen €.
Quellen
In der Regel berechnet man das Marktvolumen nicht mit Formeln, sondern ermittelt es mittels Datenerfassung statistisch. Quellen sind:
- Öffentlich zugängliche Statistiken (etwa Statistisches Bundesamt);
- Verbände (Beispiel: Deutscher Brauer Bund e. V.) und Industrie- und Handelskammern;
- Marktforschungsinstitute;
- Geschäftsberichte der großen Konzerne im Markt.
Beispiel Marktvolumen
Angenommen, die jährlichen Neuwagenverkäufe in Deutschland wären 3 Mio. PKW; das (deutsche) Marktvolumen ist dann 3 Mio. PKW.
Stellt ein Autohersteller Sportwägen her, ist das ihn interessierende Marktvolumen kleiner, zum Beispiel nur 100.000 Stück.
Was der Markt ist, bestimmt also das Unternehmen aus seiner Sicht; und daraus ergibt sich dann das dazugehörige Marktvolumen.
Marktvolumen vs. Marktpotenzial
Das Marktvolumen ist geringer als das Marktpotenzial (dieses bezieht sich auf die Anzahl an verkauften Produkten, die in Frage käme, wenn der Markt komplett erschlossen wäre: wenn zum Beispiel alle Volljährigen Auto fahren und sich ein Auto leisten könnten – tun sie aber nicht).
Das Marktvolumen ist ein wichtiger Ansatzpunkt, es ist aber noch keine Obergrenze für Absätze; durch neue Produkte in einem Bereich / einer Branche oder auch durch günstigere Preise kann das Marktvolumen auch nach oben gebracht / gepusht werden.
Fazit
- Marktvolumen = gesamte Absatzmenge aller Anbieter auf einem Markt (in Stück, Liter, Tonnen oder €) – beschreibt die aktuelle Marktgröße.
- Mengenformel: MV = Anzahl Käufer × Menge je Käufer pro Jahr
- Umsatzformel: MV (€) = Anzahl Käufer × Menge je Käufer × Durchschnittspreis
- MV < Marktpotenzial; Mengenmessung ist robuster als Euromessung, da Preisschwankungen und Inflation das Bild verzerren können.
Selbsttest: Marktvolumen
Aufgabe: Marktvolumen berechnen
In Deutschland gibt es schätzungsweise 3 Millionen aktive Läuferinnen und Läufer. Im Durchschnitt kauft jede dieser Personen 2 Paar Laufschuhe pro Jahr. Der durchschnittliche Nettopreis je Paar beträgt 80 €.
Berechnen Sie (a) das Marktvolumen in Paaren pro Jahr und (b) das Marktvolumen in Euro (Nettoumsatz).
Mengenformel: MV = Anzahl Käufer × Menge je Käufer pro Jahr
Einsetzen (a): MV = 3.000.000 × 2 = 6.000.000 Paar/Jahr
Umsatzformel: MV (€) = Anzahl Käufer × Menge je Käufer × Durchschnittspreis
Einsetzen (b): MV = 6.000.000 × 80 € = 480.000.000 € = 480 Mio. €