Operation Blanche

Operation Blanche Definition

Operation Blanche (französisch für „weiße Aktion“) bedeutet: Ein Aktionär verkauft bei einer Kapitalerhöhung genau so viele seiner Bezugsrechte, dass er mit den Einnahmen daraus die restlichen Bezugsrechte ausüben und damit neue Aktien des Unternehmens kaufen kann.

Er setzt also kein zusätzliches eigenes Kapital ein, sondern geht bei der Kapitalerhöhung soweit mit, wie es ihm ohne weiteren eigenen Kapitaleinsatz möglich ist – aber auch nicht mehr.

Beispiel

Beispiel: Operation Blanche

Eine Aktiengesellschaft (AG) hatte bisher 100.000 Aktien ausgegeben (im folgenden alte Aktien genannt).

Im Rahmen einer Kapitalerhöhung gibt die AG zusätzlich 20.000 neue Aktien zu einem Emissionskurs von 100 € aus.

Die Aktionärin Frau Müller hält bisher 110 alte Aktien. Bei der Kapitalerhöhung gewähren diese ein Bezugsrecht; je 5 Bezugsrechte ermächtigen dazu, eine neue Aktie zum Kaufpreis von 100 € erwerben zu können.

Das Bezugsrecht habe einen Wert von 2 €. Frau Müller kann nun 100 Bezugsrechte für je 2 € verkaufen, da bringt ihr 200 € ein. Die verbleibenden 10 Bezugsrechte nutzt sie, um 2 neue Aktien für je 100 € zu beziehen; dafür setzt sie den Erlös aus dem Bezugsrechteverkauf ein.

Ergebnis

Frau Müller hat durch den Verkauf von 100 Bezugsrechten 200 € eingenommen; damit erwirbt sie 2 neue Aktien. Sie muss kein (zusätzliches) eigenes Kapital einsetzen.

Vor der Kapitalerhöhung hatte sie 110 Aktien von 100.000 Aktien, das entspricht 0,11 %.

Nach der Kapitalerhöhung hat sie 112 Aktien von 120.000 Aktien, das entspricht 0,093 %. Ihr Anteil am Unternehmen sinkt also.

Hätte sie ihren Anteil halten wollen, hätte sie 22 Aktien kaufen müssen, so dass sie am Ende 132 Aktien hat (132 / 120.000 = 0,11 %); davon 20 Aktien mit ihrem eigenen Geld und 2 mit dem Erlös aus den Bezugsrechten.