Inhaltsirrtum

Inhaltsirrtum Definition

Ein Inhaltsirrtum ist ein Grund, um eine Willenserklärung – und damit z.B. einen Vertrag – wegen Irrtums anzufechten (§ 119 Abs. 1 1. Alternative BGB).

Der Anfechtende sagt zwar das, was er sagen möchte (er verspricht sich also nicht, hat keinen Blackout oder ähnliches), irrt sich aber darin, was das Gesagte bedeutet.

Voraussetzung für die Anfechtung: es ist anzunehmen, dass der Anfechtende die Willenserklärung bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben hätte.

Beispiel

Ein Hobby-Schneider, der in der Schule wenig Englisch hatte, bestellt bei einem amerikanischen Online-Shop 1.000 Inch eines Stoffes.

Er denkt, "Inch" ist englisch für cm; in Wirklichkeit ist ein Inch aber 2,54 cm, er hat also ca. 25 Meter Stoff bestellt statt 10 Meter, wie er es wollte.

Es liegt ein Inhaltsirrtum vor; die Bedeutung des gesagten war dem Schneider nicht klar, er hätte die (überdimensionierte) Bestellung sonst nicht abgegeben.

Neben dem Inhaltsirrtum gibt es weitere Irrtümer (z.B. Erklärungsirrtum) als Grundlage für eine Anfechtung.