Definition
Haben mehrere Unternehmen in einer Branche eine gleichartige, ähnliche Wettbewerbsstrategie, bezeichnet man diese mitunter in Analysen als Strategische Gruppe.
So könnte zum Beispiel im Luftverkehr eine Strategische Gruppe "Billig / Low Cost" sein, eine zweite Strategische Gruppe "Premium" (mit breiteren Sitzen, mehr Beinfreiheit, Essen und Getränken, Unterhaltungsprogramm).
Strategische Dimensionen
Das Beispiel oben ist vereinfacht. Es gibt ja nicht nur "Billig" und "Premium" als grobe Strategie, sondern noch ganz andere strategische Dimensionen wie zum Beispiel
- Vertriebskanäle (Online- vs. stationärer vs. Multi-Channel-Handel),
- das Ausmaß der Vertikalen Integration,
- Markenstrategie (Starke Marke vs. No-Name),
- Geschäftsmodell (Verkauf, Leasing, Service, Abo-Modell)
und viele weitere.
Es werden also für eine Analyse zunächst die relevanten strategischen Dimensionen bestimmt, anschließend darauf basierend die Strategischen Gruppen gebildet und je nach gewählten Strategiedimensionen erhält man ganz unterschiedliche Strategische Gruppen.
Um es klarzustellen, weil "Gruppe" vielleicht ein Missverständnis erzeugt: die Mitglieder einer Strategischen Gruppe arbeiten nicht zusammen (ganz im Gegenteil, sie sind Konkurrenten); sie verfolgen nur ähnliche Strategien und werden für eine interne oder externe Branchenstruktur-/Wettbewerbsanalyse zusammengefasst und so bezeichnet.
Fazit
- Strategische Gruppen fassen Unternehmen in einer Branche zusammen, die eine ähnlich ausgerichtete Wettbewerbsstrategie verfolgen.
- Grundlage der Gruppenbildung sind relevante strategische Dimensionen wie Vertriebskanal, Markenstrategie oder Geschäftsmodell – je nach Wahl entstehen unterschiedliche Gruppen.
- Mitglieder einer Strategischen Gruppe sind Konkurrenten, keine Kooperationspartner – sie verfolgen lediglich ähnliche Strategien.
- Strategische Gruppen sind ein Werkzeug der Branchenstruktur- und Wettbewerbsanalyse.