Widerrechtliche Drohung

Widerrechtliche Drohung Definition

Eine widerrechtliche Drohung ist ein Grund, um eine Willenserklärung – und damit z.B. einen Vertrag – anzufechten (§ 123 Abs. 1 Satz 1 2. Alternative BGB).

Beispiel

Auf einem Gebrauchtwagenmarkt:

Herr Meier: "Ich verkaufe den Gebrauchtwagen zum Festpreis von 5.000 €.".

Herr Müller zückt eine Pistole und sagt: "Mir scheinen 50 € angemessen. Unterschreiben Sie den Kaufvertrag, sonst ....".

Die Drohung muss nicht physisch sein; sie kann auch eine Zwangslage des anderen ausnutzen ("Sonst veröffentliche ich dieses Foto / Schreiben / Telefonat ...").

Nicht jede Drohung ist an sich widerrechtlich ("Wenn Sie mich weiter beleidigen, zeige ich Sie an." wäre nicht widerrechtlich, sondern rechtlich in Ordnung).

Die Anfechtungsfrist ist 1 Jahr (§ 124 Abs. 1 BGB). Sie beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem die Zwangslage (im Beispiel: die physische Bedrohung mit der Waffe) aufhört (§ 124 Abs. 2 BGB); die Anfechtung muss allerdings innerhalb von maximal 10 Jahren nach Abgabe der Willenserklärung erfolgen (§ 124 Abs. 3 BGB).