Eigenschaftsirrtum

Eigenschaftsirrtum Definition

Ein Eigenschaftsirrtum nach § 119 Abs. 2 BGB liegt vor, wenn sich jemand über im Verkehr als wesentlich angesehene Eigenschaften einer Person (z.B. Kreditwürdigkeit, Qualifikation) oder Sache (z.B. Bebaubarkeit eines Grundstücks) irrt.

Es geht um wertbildende Eigenschaften – nicht um den Wert / Preis an sich (das Gefühl eines Käufers "zuviel bezahlt zu haben" oder das Gefühl eines Verkäufers "unter Wert verkauft zu haben" ist kein Eigenschaftsirrtum).

Beispiel

Herr Huber kauft bei dem Antiquitätenhändler "Das goldene viktorianische Zeitalter" ein – wie er denkt – viktorianisches, antikes Bücherregal aus Holz für 3.000 €.

Nach dem Kauf stellt er fest, dass es sich nur um einen alles andere als antiken Nachbau handelt, der nur einen Bruchteil wert ist.

Er hat sich in einer wesentlichen, wertbildenden Eigenschaft ("viktorianisch / antik") geirrt und könnte den Kauf wegen eines Eigenschaftsirrtums nach § 119 Abs. 2 BGB anfechten.

(Es sei hier dahingestellt, ob der Antiquitätenhändler Herrn Huber angelogen hat und somit ggf. eine arglistige Täuschung vorliegt).