Definition
Es gibt nicht die eine Kostenrechnung. Je nach Umfang der einbezogenen Kosten, dem zeitlichen Bezug und dem Zweck unterscheidet man verschiedene Kostenrechnungssysteme.
Ein Unternehmen kann dabei mehrere Systeme parallel einsetzen – etwa die Vollkostenrechnung für die Bilanzbewertung und die Deckungsbeitragsrechnung für Sortiments- und Preisentscheidungen.
Alternative Begriffe: Systeme der Kostenrechnung, Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung.
Lernziele
Nach diesem Kapitel verstehen Sie …
- den Unterschied zwischen Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnung und wann welches System passt
- wie die Deckungsbeitragsrechnung kurzfristige Preis- und Sortimentsentscheidungen unterstützt
- wie Break-Even-Analysen Gewinnschwellen, Gewinnziele und Umsatzrenditen ermitteln
- was Ist-, Normal- und Plankostenrechnung unterscheidet
- wozu Prozesskostenrechnung und Zielkostenrechnung eingesetzt werden
Kostenrechnungssysteme im Überblick
Vollkostenrechnung
Alle anfallenden Kosten werden vollständig auf die Kostenträger verrechnet – Grundlage für Kalkulation und Bilanzbewertung.
Teilkostenrechnung & Deckungsbeitrag
Nur variable Kosten werden auf die Produkte verrechnet – Grundlage für kurzfristige Entscheidungen und Sortimentssteuerung.
Break-Even-Analyse
Ab welcher Menge deckt ein Produkt seine Kosten? Gewinnschwelle, Gewinnziel und Umsatzrendite-Variante.
Zeitbezug: Ist-, Normal-, Plankostenrechnung
Vergangenheitsorientiert (Ist, Normal) oder zukunftsorientiert (Plan) – der zeitliche Bezug als zweite Dimension eines Kostenrechnungssystems.
Spezialzwecke
Moderne Ergänzungssysteme: Prozesskostenrechnung für komplexe Gemeinkosten, Zielkostenrechnung für marktorientiertes Kostendesign.