Definition
Bei der Fließfertigung sind die Arbeitsplätze, Maschinen, Roboter etc. nacheinander in der Reihenfolge der für das Produkt benötigten Arbeitsschritte angeordnet.
Eine Art der Fließfertigung ist die Fließbandfertigung, bei der die jeweiligen Bearbeitungszeiten durch die Geschwindigkeit des Fließbandes vorgegeben bzw. getaktet sind. Es gibt aber auch Fließfertigung ohne Zeitvorgaben (oft auch als Reihenfertigung bezeichnet): wenn ein Teil fertigbearbeitet ist, wird es an die nächste Arbeitsstation weitergegeben.
Alternative Begriffe: Fließmontage, Fließproduktion.
Beispiel
Beispiel: Fließbandfertigung einer Pizza
Ein Beispiel für eine Fließbandfertigung könnte schematisch so aussehen:
Die einzelnen Stationen können dabei maschinell sein (z. B. Tomatensauce auftragen) oder manuell (eine Person verteilt den Käse). Man sieht hier gut die Herausforderung der Fließbandfertigung: Wenn „Tomatensauce auftragen“ länger dauern würde als „Käse verteilen“, müsste die Käsestation warten und hätte Leerlauf. Und umgekehrt: Wenn „Tomatensauce auftragen“ kürzer dauern würde als „Käse verteilen“, würde die Person an den Käsestation nicht mehr hinterherkommen und die Pizzen würden an der Station auflaufen.
Vor- und Nachteile
Die Fließfertigung hat einige Vorteile:
- effizient (kürzeste Transportwege, keine Zwischenlager oder nur Sicherheitsbestände, keine Warte-/Liegezeiten und damit schnelle Durchlaufzeiten);
- Einsatz angelernter (und damit für das Unternehmen günstiger) Arbeiter möglich, da diese i.d.R nur bestimmte Verrichtungen beherrschen müssen.
Nachteile:
- im Falle der Fließbandproduktion: Anfälligkeit gegenüber Störungen (Zeitverzögerungen an einzelnen Arbeitsstationen, Maschinenausfälle etc. können das Fließband stoppen);
- Produktion ist auf bestimmte Produkte ausgerichtet (Risiko); werden diese weniger nachgefragt, sind Umstellungen aufwändig und teuer oder gar nicht möglich;
- monotone Arbeit für die Fließbandarbeiter.
Anwendung
Fließfertigung wird v.a. bei Massenfertigung oder zumindest Großserienfertigung bzw. Sortenfertigung eingesetzt, also bei der Produktion hoher Stückzahlen standardisierter Produkte.
Eine Fließfertigung muss also sehr gut durchdacht und genau geplant werden, die einzelnen Arbeitsschritte und -stationen müssen festgelegt und so aufeinander abgestimmt werden, dass niemand in der Reihe lange warten muss oder umgekehrt nicht mehr mitkommt; dann allerdings läuft sie im Normalfall über Jahre hinweg wie eine gut geölte Maschinerie und es ist wenig neue Koordination und Absprache notwendig.
Fazit
- Fließfertigung = Maschinen und Arbeitsplätze in der Reihenfolge der Fertigungsschritte angeordnet (Objektprinzip); Variante mit Taktung: Fließbandfertigung.
- Vorteile: effizient durch kurze Transportwege, keine Zwischenlager, schnelle Durchlaufzeiten; angelerntes Personal einsetzbar.
- Nachteile: störanfällig (Fließbandstillstand), geringe Flexibilität bei Produktwechseln, monotone Arbeit für Mitarbeiter.
- Einsatz bei Massen- und Großserienfertigung hoher Stückzahlen standardisierter Produkte.
- Variante ohne Taktzwang: Reihenfertigung — ein Teil wird erst nach Fertigstellung an die nächste Station weitergegeben.