Definition
Je nachdem, wie man die Arbeitsplätze, Maschinen usw. in der Produktion anordnet, unterscheidet man 4 Organisationstypen der Fertigung.
Alternative Begriffe: Organisationstypen der Produktion.
Übersicht
- WerkstattfertigungMaschinen und Arbeitsplätze nach Tätigkeitsarten (Verrichtungsprinzip) in Werkstätten zusammengefasst — flexibel, typisch für Einzel- und Kleinserienfertigung.
- GruppenfertigungÄhnliche Produkte werden in selbstorganisierten Fertigungsinseln bearbeitet — Mischform zwischen Werkstatt- und Fließfertigung.
- FließfertigungArbeitsplätze und Maschinen in der Reihenfolge der Fertigungsschritte angeordnet — effizient, aber starr und störanfällig (Fließband).
- BaustellenfertigungFertigungsanlagen, Werkzeuge und Arbeitskräfte kommen zum Produkt — typisch für Bauwesen, Anlagenbau, Schiffbau.
Zusammenhang zwischen Fertigungsart und Organisationstypen
Das Unternehmen hat natürlich grundsätzlich die freie Wahl, wie es die Fertigung gestalten möchte, aber: die Fertigungsart des Unternehmens – Einzelfertigung, Serienfertigung, Sortenfertigung oder Massenfertigung – fordert in der Regel einen bestimmten Organisationstyp.
So erfordert eine Einzelfertigung von beispielsweise Spezialmaschinen im Auftrag individueller Kunden meist eine Werkstattfertigung, da diese flexibel ist (oder eine Gruppenfertigung). Eine Fließfertigung hingegen kommt vor allem bei Massenfertigung (10.000 Smartphones oder 1.000 Staubsauger pro Tag) in Frage.
Und natürlich ergibt sich auch die Baustellenfertigung von selbst aus der Tätigkeit des Unternehmens.
Kriterien (Vor- und Nachteile der einzelnen Organisationstypen)
Die Organisationstypen unterscheiden sich nach Kriterien wie
- Flexibilität / Umstellungsfähigkeit der Produktion;
- Einsatz vom Maschinen (Universalmaschinen vs. Spezialmaschinen);
- Einsatz von Arbeitskräften (flexible Facharbeiter vs. einfache, wiederholte Tätigkeitsdurchführungen) und deren Belastung (abwechslungsreich vs. monoton);
- Niedriger (Fließband läuft) vs. hoher (Werkstätten täglich koordinieren) Planungsaufwand;
- Kurze vs. lange Transportwege (Fließband: kurze Transportwege; Werkstätten: längere);
- Kurze vs. lange Durchlaufzeiten (Fließband: kurze Durchlaufzeiten; Werkstätten: eher längere Durchlaufzeiten);
- Niedrige vs. hohe Lagerbestände und -kosten (Werkstattproduktion mit tendenziell mehr Zwischenlagern);
- Anfälligkeit für Störungen der Produktion (Fließband steht …).
Fazit
- Die vier Organisationstypen der Fertigung (Werkstatt-, Gruppen-, Fließ- und Baustellenfertigung) beschreiben die räumliche Anordnung von Arbeitsplätzen und Maschinen.
- Die Wahl hängt eng mit der Fertigungsart zusammen: Einzelfertigung → Werkstattfertigung; Massenfertigung → Fließfertigung; Einzel-/Bauvorhaben → Baustellenfertigung.
- Wichtige Vergleichskriterien: Flexibilität, Qualifikationsanforderungen, Planungsaufwand, Durchlaufzeiten, Lagerbestände und Störanfälligkeit.
- Fließfertigung ist effizient, aber starr; Werkstattfertigung ist flexibel, aber koordinationsaufwändig — Gruppenfertigung als Mischform versucht, Vorteile beider zu verbinden.
- Viele Unternehmen kombinieren Organisationstypen: z. B. Werkstatt für Sonderfertigung und Fließlinie für Standardprodukte.